Eine Woche vor der Bundestagswahl U18-Wahl: AfD bei Kindern und Jugendlichen in Thüringen vorn

Bei der U18-Wahl haben die meisten Kinder und Jugendlichen aus Thüringen ihre Stimme der AfD gegeben. Damit weicht das Thüringer Ergebnis deutlich von den bundesweiten Zahlen der U18-Wahl ab, denen zufolge die Grünen auf Platz eins liegen. Die U18-Wahl findet in der Regel neun Tage vor der Bundestagswahl statt und soll ein Stimmungsbild unter jungen Menschen vermitteln, die noch nicht wählen dürfen.

Eine selbstgebastelte Wahlurne.
Bei der U18-Wahl soll ein Stimmungsbild unter jungen Menschen, die noch nicht wählen dürfen, ermittelt werden. In Thüringen wählten die meisten Kinder und Jugendlichen dabei die AfD. Bildrechte: dpa

Bei der U18-Wahl haben in Thüringen die meisten Kinder und Jugendlichen ihre Stimme der AfD gegeben. Wie aus den veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen hervorgeht, kommt die AfD auf rund 17 Prozent der Stimmen.

Bei der Abstimmung folgen die FDP und die SPD mit jeweils rund 16 Prozent. Für die CDU entschieden sich 13 Prozent, Linke und Grüne kommen auf etwa 9 Prozent. Damit unterscheidet sich das Thüringer Ergebnis deutlich von den bundesweiten Zahlen, nach denen die Grünen auf Platz eins liegen, gefolgt von SPD und CDU. In Thüringen haben sich 4.454 Kinder und Jugendliche beteiligt.

U18-Wahl U18-Wahlen finden immer neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin statt. An ihnen können nur Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren teilnehmen. Die Ergebnisse fließen nicht in die echte Bundestagswahl mit ein, sondern sollen ein Stimmungsbild unter jungen Menschen vermitteln, die noch nicht wählen dürfen. Organisiert und getragen wird die U18-Initiative unter anderem vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Bundesjugendring und unterstützt vom Bundesfamilienministerium und der Bundeszentrale für Politische Bildung.

Eine selbstgebastelte Wahlurne.
4.454 Kinder und Jugendliche haben sich an der Wahl beteiligt. Sie findet in der Regel neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin statt. Bildrechte: dpa

FDP in umkämpftem Wahlkreis vorn

Im Wahlkreis 196, der als besonders umkämpft gilt, lag bei der U18-Wahl die FDP auf Platz eins, wie das Büro des Bundestagsabgeordneten Gerald Ullrich (FDP) mitteilte. Neben Ullrich treten in dem Wahlkreis unter anderem noch Frank Ullrich (SPD), Hans-Georg Maaßen (CDU), Sandro Witt (Linke), Jürgen Treutler (AfD) und Stephanie Erben (Grüne) an und kämpfen um ein Direktmandat.

Bei der U18-Wahl werden keine Erststimmen für Direktkandidaten gezählt, sondern nur die Zweitstimmen, die man für eine Partei, nicht jedoch für einen bestimmten Kandidaten abgeben kann. Hier die Ergebnisse.

Redaktioneller Hinweis: Der Wahlkreis 196 bei der U18-Wahl umfasst die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und die Stadt Suhl. Bei der Bundestagswahl 2021 zählt auch der Kreis Sonneberg zum Wahlkreis 196 dazu.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit | 20. September 2021 | 18:00 Uhr

100 Kommentare

Freies Moria vor 4 Wochen

@knarf2: Die Frage ist die der Abgrenzung zwischen Erwachsenen und Kindern - diese Linie soll ja verschoben werden. Und die Jugendwahl gibt einen Ausblick darauf, was dann passiert, und auch warum.
Ihre Äußerung ist mal wieder Netzfeuerwehr-Rabulistik - vom Thema ablenken, wenn es kritisch wird.

joeba6027 vor 4 Wochen

Ich würde schon gern mal auch den MDR fragen, wie schlimm muss es um unsere Gesellschaft stehen wenn doch ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung diese angeblich „rechtradikale von einem Faschisten geführte“ Partei wählt. Das so viele Kinder und Jugendliche ihre Stimme der AFD gegeben haben ist für mich schon verwunderlich aber wenn‘s der MDR sagt.. .

mattotaupa vor 4 Wochen

insgesamt wäre es doch nett, die insgesamt verschwindend geringe anzahl der teilnehmer darzustellen und dazulegen, ob es möglich ist, mehrfach abzustimmen. hinzu kommt noch, daß die teilnehmerzahlen insgesamt arg ungleichmäßig über die bundeländer verteilt sind und nicht anteilig die bevölkerungsverteilung insgesamt darstellen und das saarland offensichtlcih gar nicht zur bunderepublik zählt, da von dort gar keine teilnahme vermeldet wird.

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