Nach Verlusten Abellio muss saniert werden - Bahnbetrieb geht weiter

Der regionale Bahnbetreiber Abellio hat Geldprobleme. Deshalb hat das Unternehmen ein sogenanntes Schutzschirmverfahren zur Sanierung beantragt. Der Bahnbetrieb soll aber weitergehen, auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Auf einem Gleis am Bahnhof von Oschersleben steht ein Zug des Anbieters Abellio.
Die Abellio-Züge sollen weiter fahren. Bildrechte: MDR/Michael Rosebrock

Das Bahnunternehmen Abellio Deutschland muss saniert werden. Wie die Tochterfirma der niederländischen Staatsbahn am Mittwochabend mitteilte, hat sie ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt. Dabei handelt es sich um ein Sanierungsverfahren, bei dem kein Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Das Management bleibt im Amt, wird aber durch gerichtlich bestellte Juristen unterstützt.

Bahnbetrieb geht weiter

Der Bahnbetrieb soll Abellio zufolge weitergehen. Die Löhne und Gehälter zahlt jetzt drei Monate lang die Bundesagentur für Arbeit. Danach soll die Firma dies wieder übernehmen. Abellio begründet die Geldprobleme mit "massiven Kostenentwicklungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind". Die Firma führt unter anderem höhere Personalkosten an sowie Kosten etwa für Schienenersatzverkehre und Strafzahlungen wegen Zugausfällen. Solche Mehrkosten seien nicht vorhersehbar gewesen, als man die Verkehrsverträge unterschrieben habe, heißt es.

Erst im Juni hatte die Abellio-Mutter mit der Insolvenz der deutschen Tochter gedroht, sollten die Verkehrsverbünde in Deutschland nicht mehr Geld in das Unternehmen stecken.

Abellio fährt in Sachsen-Anhalt und Thüringen

Das Bahnunternehmen Abellio ist in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg im Regionalverkehr aktiv. In Sachsen-Anhalt bedient das Unternehmen unter anderem die Strecken zwischen Halle und Bernburg sowie Magdeburg und Aschersleben. Der Marktanteil am Regionalverkehr im Land liegt bei fast der Hälfte.

In Thüringen fahren Abellio-Züge unter anderem zwischen Jena und Saalfeld sowie von Nordhausen nach Heiligenstadt. Es gibt aber auch länderübergreifende Verbindungen etwa von Leipzig nach Eisenach oder von Halle nach Kassel.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 01. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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