Supermärkte Aldi erhöht Lebensmittelpreise – weitere Discounter ziehen nach

Der Discounter Aldi erhöht die Preise für etwa 400 Produkte. Betroffen sind etwa Kaffee- und Backwaren, Waschmittel, Fisch und Nudeln. Andere Discounter ziehen nach. Mit ein Grund: gestiegene Kosten für die Lebensmittelproduktion wegen des Kriegs in der Ukraine. Die müssten nun weitergegeben werden, erklären die Hersteller.

Eine Frau hält in einem neu gestalteten Ladenlokal von Aldi Nord in Gladbeck (Nordrhein-Westfalen) einen Einkaufskorb mit dem Logo.
Verbraucherschützer raten, vermehrt auf Sonderangebote zu achten. Bildrechte: dpa

Wer an der Supermarkt-Kasse sein Portemonnaie zückt, könnte bald wenig begeistert über die genannte Summe sein. Nach Recherchen der "Lebensmittel Zeitung" werden beim Discounter Aldi etwa 400 Artikel teurer. Nach Aussage von Hans Jürgen Schulz, Redakteur beim Branchenfachblatt, handelt es sich dabei "durchaus auch um Produkte, die der Kunde häufiger kauft", etwa Kaffeewaren, Fisch oder Nudeln.

Preisanstieg variiert nach Produkt

Aber auch Backwaren, Waschmittel oder Tiefkühlprodukte werden demnach teurer. Einen solchen Preisanstieg hat es dem Bericht der "Lebensmittel Zeitung" zufolge seit Jahren nicht mehr gegeben. Wie hoch er bei Aldi genau ausfalle, sei sehr unterschiedlich, sagt Hans Jürgen Schulz: "Das kann bei einem Kilo Kaffee durchaus einen Euro ausmachen, während es bei anderen Kaffeeprodukten 50 oder 60 Cent sind. Es gibt auch Artikel, die zehn Cent teurer geworden sind."

Aldi hat die Preiserhöhungen MDR AKTUELL bestätigt. Die Gründe für den Preisanstieg vieler Produkte erklärt der Discounter in einer schriftlichen Stellungnahme: "Bereits seit Monaten ist die Marktlage geprägt von anhaltenden Herausforderungen der internationalen Seefracht, der Omikron-Welle, dem grundsätzlichen, internationalen Mangel Lkw-Fahrender und den gestiegenen Kosten für Energie und Rohstoffe. Die Situation in der Ukraine führt zu zusätzlichen Herausforderungen in den Lieferketten und bei der Rohstoffbeschaffung. Diese Hintergründe wirken sich auch auf unser Sortiment aus, in Form steigender Einkaufspreise."

Andere Supermärkte und Discounter ziehen nach

Die Erhöhung bei Aldi beeinflusst auch die Preise in anderen Supermärkten und Discountern. Erfahrungsgemäß orientierten sich viele Händler an den Aldi-Preisen, sagt Hans Jürgen Schulz: "Zum Beispiel hat der größte Rivale Lidl relativ schnell seine Preise nach oben angepasst. Normalerweise dauert das zwei, drei Tage, dann dürften die Preise für die Produkte überall gleich sein."

Lidl wollte auf Nachfrage von MDR AKTUELL nichts zu aktuellen Preisen sagen.

Verbraucherschützer: Preise vergleichen

Neben den Discountern bekommen die Lebensmittelhersteller den Preisanstieg zu spüren. Dem Geschäftsführer des Bundesverbands der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK), Horst-Peter Karos, zufolge ist die Lage sehr ernst.

Die entstehenden Kosten müssten weitergegeben werden, daran führe kein Weg vorbei: "Das ist im Endeffekt auch die Problematik aufgrund der Kriegssituation. Sonst können wir die Versorgung, und ich denke das gilt für viele andere Branchen genauso, auf Dauer nicht sicherstellen."

Gerade für Hersteller von Produkten wie Pommes frites oder Chips sei das ein Problem, sagt Horst-Peter Karos. Sie bräuchten genau die Rohstoffe, die im Moment teurer seien, also Rapsöl, Sonnenblumenöl oder Gas, um die großen Fritteusen zu betreiben.

Verbraucherschützern zufolge sollten Kundinnen und Kunden bei den aktuellen Preisen mehr denn je auf Sonderangebote achten – und Preise vergleichen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL | 21. März 2022 | 06:00 Uhr

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