Strompreise Strom und Gas um fast fünf Prozent teurer geworden

Privathaushalte mussten im ersten Halbjahr 2021 fast fünf Prozent mehr für Strom und Gas bezahlen. Hauptursache für den Anstieg ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer am Jahresanfang. Unterdessen sorgt sich Sachsen-Anhalt um die von Chemieunternehmen angekündigten Produktionsstopps wegen der hohen Energiepreise.

zwei schwarze Stecker in einer Steckdosenleiste
Der Strompreis ist im ersten Halbjahr 2021 stark angestiegen. Bildrechte: Colourbox.de

Die privaten Haushalte in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2021 jeweils 4,7 Prozent mehr für Strom und Gas zahlen müssen als in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres. Damit verteuerte sich der Strom nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Durchschnitt auf 32,62 Cent je Kilowattstunde. Erdgas kostete durchschnittlich 6,41 Cent je Kilowattstunde, wie die Behörde am Freitag mitteilte.

Hauptgrund: Anhebung der Mehrwertsteuer

Hauptgrund dafür war demnach, dass die in der Corona-Krise gesenkte Mehrwertsteuer wieder auf 19 Prozent angehoben wurde. Bei einem Jahresverbrauch an Strom von weniger als 1.000 Kilowattstunden seien etwa 67 Prozent des Preisanstiegs auf die Umsatzsteuer zurückzuführen, erläuterten das Bundesamt.

Ohne diesen Effekt hätten private Haushalte weniger zahlen müssen. Zum Beispiel bei einem Jahresverbrauch von mehr als 15.000 Kilowattstunden wären es 0,27 Cent weniger gewesen als noch im zweiten Halbjahr 2020. Beim Erdgas verteuerte der zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Zertifikatehandel den Preis zusätzlich.

Sachsen-Anahlt besorgt über Energiepreise

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze hat sich indes besorgt gezeigt über die stark gestiegenen Energiepreise. Schulze sagte MDR AKTUELL, die von Chemieunternehmen angekündigten Produktionsstopps seien sehr ernst zu nehmen. Er habe bereits Kontakt zu verschiedenen Unternehmen aufgenommen.

Schulze betonte, die Möglichkeit, auf die Energiepreise Einfluss zu nehmen, sei für die Landesregierung beschränkt. Trotzdem lote man aus, was man machen könne. Der Branchenverband Ostchemie hatte am Donnerstag erklärt, wegen der hohen Energiepreise stünden mehrere Chemieunternehmen davor, die Notbremse zu ziehen und Anlagen herunterzufahren.

Quelle: dpa/AFP/MDR (sra)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 01. Oktober 2021 | 11:00 Uhr

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