Flughafen Leipzig/Halle Neue Basis für ukrainische Antonovs

Der Heimatflughafen Hostomel des ukrainischen Luftfahrtunternehmens Antonov Airlines ist zerstört. Nun mehren sich die Anzeichen, dass der Flughafen Leipzig/ Halle zur neuen Basis wird.

Eine ukrainische Antonow An-124 steht am Flughafen Leipzig/Halle.
Die Verlegung der Flugzeuge nach Leipzig/Halle wurde notwendig, weil im Ukrainekrieg auch die Basis der Antonovs beschädigt wurde. Bildrechte: dpa

Berichte von Branchentreffen

Die ukrainische Frachtfluggesellschaft Antonov Airlines konkretisiert offenbar ihre Pläne, die AN-Flotte in größerem Umfang als bisher nach Leipzig/ Halle zu verlegen.

Laut dem Luftfahrt-Magazin "Heavy Lift" kündigte die Cargo-Airline das auf einem Branchentreffen in Österreich an. Das Unternehmen benötige eine umfassende Basis in Leipzig. Dafür sei der Transfer von Ersatzteilen und spezieller Ausrüstung nötig. Aber auch Techniker, Flugpersonal und Verwaltungsmitarbeiter müssten nach Leipzig gebracht werden.

Antonov-Heimatflughafen Hostomel und AN-225 sind zerstört

Die Flotte der ukrainischen Antonov Airlines ist nun erst einmal dauerhaft auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Der Heimatflughafen in Hostomel in der Nähe von Kiew wurde schon in den ersten Kriegstagen komplett zerstört. Zahlreiche Flugzeuge wurden bei dem Angriff schwer beschädigt, so auch das größte Frachtflugzeug der Welt. Die Antonov AN-225  galt als Unikat der Luftfahrt und als Wahrzeichen der Ukraine. Mehrfach landete der riesige Frachtflieger auch am Flughafen Leipzig/Halle – meist begleitet von einer großen Schar Schaulustiger.

Eine Antonow 225 landet 2020 auf dem Flughafen Leipzig/Halle.
Die Antonov AN-225 "Mirja": Das größte Flugzeug der Welt wurde kurz nach Kriegsbeginn zerstört. Bildrechte: dpa

Flughafen Leipzig/Halle Drehkreuz für Antonov Airlines

Die übrig gebliebene Flotte fliegt jetzt von Mitteldeutschland aus. Der Flughafen Leipzig Halle ist schon seit 2006 Drehkreuz für die Maschinen. Auf Twitter vermeldete die Airline den Schritt schon Anfang April: "Die 124er-Flotte wurde auf den Flughafen Leipzig/Halle verlegt und führt weiterhin Charterflüge in die ganze Welt durch, wobei humanitäre Missionen für die Menschen in der Ukraine bevorzugt werden."

Kapazitäten dafür gäbe es am hiesigen Flughafen. "Nach all dem, was wir wissen, was wir lesen, was wir hören, was wir sehen, wird Leipzig jetzt vermehrt eine Rolle für Antonov spielen", erläutert Uwe Schuhart, Konzernpressesprecher der Mitteldeutschen Flughafen AG. "Die Wartungsbasis, die Flugzeuge sind ja schon hier. Zwei Maschinen vom Typ Antonov-124 sind permanent hier stationiert. Wir hatten in der Vergangenheit schon öfter fast die gesamte Flotte von Antonov hier zu Gast. Das wird sicher in der Zukunft öfter vorkommen." Man gehe zudem davon aus, dass die Mitarbeiterzahl steigen werde; bisher seien mehrere Duzend Beschäftigte im Auftrag von Antonov tätig, so der Flughafensprecher.

Antonov AN 124
Neustart in Leipzig: Technik und wichtiges Personal sollen nach Sachsen verlegt werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Flughafen Leipzig/Halle werden die Frachtflieger gewartet. Sie transportieren Hilfsgüter zum Beispiel im Auftrag der NATO im Rahmen des Programms “Strategic Airlift International Solution” (SALIS).

Humanitäre Hilfe für die Ukraine

Auch große Logistikunternehmen chartern Frachtflieger bei Antonov Airlines. "Wir haben bereits sechs Flugzeuge in die Ukraine geschickt, um die Menschen dort in der derzeitigen Krise zu unterstützen", erklärt Casper Jonas Pedersen, Airfreight Manager im Team "Emergency & Relief" beim Logistikdienstleister Kühne + Nagel. "Die Flieger landen nicht direkt in der Ukraine, aber in den umliegenden Ländern und dann werden die Hilfsgüter per Lkw in die Ukraine transportiert."

Transportcontainer werden im Innern eines  Flugzeuges verladen
Die Logistikfirma Kühne + Nagel belädt eine Antonov die Hilfslieferungen die Richtung Ukraine bringt. Bildrechte: Kühne+Nagel

MDR-Wirtschaftsredaktion

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 05. Mai 2022 | 21:45 Uhr

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