Arbeitsmarkt Wieder weniger Arbeitslose im Juli

Auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland zeichnet sich weiter Entspannung ab. Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen bundesweit gesunken – erstmals in diesem Monat seit 15 Jahren. In den vergangenen Jahren stiegen die Arbeitslosenzahlen im Juli regelmäßig.

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
In den vergangenen Jahren stiegen die Arbeitslosenzahlen im Juli regelmäßig. Nun entspannt sich die Lage bundesweit. Bildrechte: dpa

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Juli weiter zurückgegangen. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sank die Zahl der Arbeitslosen bundesweit auf 2,59 Millionen. Das sind rund 24.000 weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote lag damit bei 5,6 Prozent. Der Behörde zufolge sank damit erstmals seit 2006 die Arbeitslosigkeit in einem Juli.

Rückläufige Zahlen auch in Mitteldeutschland

In Sachsen-Anhalt waren bis Montag dieser Woche rund 78.000 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Damit war die Zahl im Juli erstmals wieder niedriger als vor der Pandemie. Im Vergleich zum Juni sank sie der Arbeitsagentur zufolge um 1.600. Verglichen mit Juli 2020 ging der Wert sogar um 11.000 zurück. Die Arbeitslosenquote lag im Juli bei 7,1 Prozent. Im Jahr zuvor waren es 8,0 Prozent.

In Thüringen waren der Landesarbeitsagentur zufolge im Juli 60.200 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.900 weniger als im Juni und mehr als 10.000 weniger als im Juli vorigen Jahres. Die Quote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 5,4 Prozent. Auch die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen ist demnach weiter rückläufig. Der Agentur zufolge nähert sich die Zahl der Arbeitslosen dem Niveau vor der Corona-Krise. Auch der späte Ferienbeginn in Thüringen spielt demnach eine Rolle für die sinkenden Zahlen.

Sachsen wieder auf Niveau von 2018

Für Sachsen meldete die Arbeitsagentur im Juli den fünften Monat in Folge einen Rückgang. Laut Siegried Bäumler, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen, bewegt sich der Arbeitsmarkt damit auf dem Niveau von 2018. Die Arbeitslosenquote liegt der Bundesagentur zufolge nun bei 5,7 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 6,3 Prozent. Insgesamt waren im Juli knapp 121.400 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, etwa 12.900 weniger als im Juli vor einem Jahr.

Behrens: Entspannung dank gesunkener Corona-Inzidenzen

Hintergrund für die sinkenden Zahlen sind nach Einschätzung von Arbeitsmarkt-Experten die gesunkenen Corona-Inzidenzen und die damit verbundenen Lockerungen in der Pandemie. Üblicherweise steige die Arbeitslosigkeit im Juli, sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens. Das liege auch daran, dass viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt für gewöhnlich bis zum Ende der Sommerferien damit warteten, neues Personal einzustellen. Das sei angesichts der nahezu flächendeckend aufgehobenen Corona-Beschränkungen in diesem Jahr anders, erklärte Behrens. Nach seinen Worten sind in Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent nahezu die Hälfte der Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Anstellung.

Quelle: MDR, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Juli 2021 | 10:00 Uhr

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