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Die Arbeitslosenzahl ist im April wieder leicht gesunken. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Monatsbericht mit. Bildrechte: MDR / Henrik Pillwitz

Arbeitsagentur

Arbeitslosenzahlen gehen weiter zurück

Stand: 30. April 2021, 15:04 Uhr

Der Arbeitsmarkt zeigt sich in der Corona-Krise widerstandsfähig: Mit der Frühjahrsbelebung sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im April erneut gesunken. Die Nachfrage nach Arbeitskräften stieg leicht an.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist dank einer leichten Frühjahrsbelebung gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, waren im April 2,77 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 56.000 weniger als im März, aber 127.000 mehr als im April vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent.

"Die anhaltenden Einschränkungen in vielen Bereichen bremsen die Erholung zwar, führen aber insgesamt zu keinen neuen Belastungen", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele. Für die April-Statistik wurden Daten bis zum 13. April erfasst.

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Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich

Die Corona-Krise führt jedoch zu einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also der Personen, die länger als 12 Monate arbeitslos waren, hat sich von März auf April um 37.000 auf 1,07 Millionen erhöht. Im gleichen Monat des Vorjahres, im April 2020, ist die Langzeitarbeitslosigkeit wegen des ersten Lockdowns um 42.000 gestiegen. In den Jahren zuvor hat sich die Langzeitarbeitslosigkeit im April jeweils verringert.

Kurzarbeit stagniert bei Februar-Wert

Geprägt wird der Arbeitsmarkt weiterhin durch die Kurzarbeit. Für Februar rechnete die Bundesagentur eine Zahl von 3,27 Millionen Menschen hoch, die Kurzarbeitergeld empfangen. Im Januar lag die Zahl bei 3,19 Millionen.

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Land in Kurzarbeit

Stärker von den coronabedingten Maßnahmen ist die geringfügig entlohnte Beschäftigung betroffen. Nach vorläufigen Daten der BA gab es im Februar mit 6,86 Millionen um 557.000 weniger geringfügig entlohnte Beschäftigte als im Vorjahresmonat. Fast die Hälfte des Rückgangs ging auf das Gastgewerbe zurück.

Nachfrage nach Arbeitskräften steigt leicht

Angezogen hat im Frühjahr die Nachfrage nach Arbeitskräften. Im April waren der Bundesagentur zufolge 629.000 freie Stellen gemeldet, 2.000 mehr als noch vor einem Jahr. Der April 2020 war der erste Monat, in dem die Auswirkungen des Lockdowns der ersten Corona-Welle voll zum Tragen gekommen waren.

Thüringen liegt im bundesweiten Vergleich vor allen Ost-Ländern

In Thüringen sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 67.800 Menschen ohne Job. Das waren 1.800 weniger als im März, aber 300 mehr als im April vergangenen Jahres.

Die Frühjahrsbelebung sei spürbar, falle aber im Vergleich mit Jahren vor der Pandemie schwächer aus, sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Sorgen bereitet Behrens die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Aktuell gelten 25.900 Frauen und Männer im Land als langzeitarbeitslos, das sind gut 7.000 mehr als noch vor einem Jahr.

Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt sinkt auf 7,7 Prozent

Auch in Sachsen-Anhalt zeigt sich der positive Trend: Im Monat waren rund 86.000 Arbeitslose gemeldet. Das waren 3.200 Arbeitslose weniger als im März und 1.900 weniger als im April des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote ging in Sachsen-Anhalt um 0,3 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent zurück.

Markus Behrens sieht auch hier die Entwicklung nur vorsichtig optimistisch. Trotz der generellen Belebung sei beispielsweise im Handel und im verarbeitenden Gewerbe eine Zunahme von Entlassungen im Vergleich zum Vormonat zu beobachten.

Auch Sachsen meldet leichten Rückgang

In Sachsen sank die Zahl der Arbeitslosen von März auf April um fast 3.200 auf rund 134.200. Die Arbeitslosenquote wurde für April mit 6,3 Prozent ausgewiesen, nach 6,5 Prozent im März. 

Das sei zwar eine gute Tendenz, erläuterte Klaus-Peter Hansen, Geschäftsführer der BA-Regionaldirektion Sachsen, aber üblicherweise sei der Rückgang in einem April doppelt so hoch. Vor allem im Baugewerbe und der Landwirtschaft hätten Menschen eine Arbeit aufnehmen können. Auch hätten wieder mehr Männer und Frauen eine Weiterbildung begonnen.

Quelle: dpa, Bundesagentur für Arbeit

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 29. April 2021 | 11:00 Uhr

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