Frühjahrsbelebung Arbeitslosigkeit sinkt trotz Ukraine-Krieg

Der Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt sich noch unbeeindruckt vom Ukraine-Krieg. Die Zahl der arbeitslosen Menschen sank im März sogar. Sie ging laut Bundesagentur für Arbeit um 66.000 auf 2,362 Millionen zurück.

Sarah Westermann prüft im Fertigungszentrum der Uhrenmanufaktur Nomos mit einer Messuhr die Einpresstiefe der Rubine an der Platine eines Uhrwerks.
Die Arbeitslosigkeit ging in allen drei mitteldeutschen Ländern im März zurück. Im Bild die Produktion beim Uhrenhersteller Nomos in Glashütte. Bildrechte: dpa

Ungeachtet erster wirtschaftlicher Auswirkungen des Ukraine-Krieges ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland dank einer Frühjahrsbelebung weiter gesunken. Im März waren 2,362 Millionen Menschen ohne Job, 66.000 weniger als im Februar und 465.000 weniger als im März 2021. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent.

Folgen des Krieges zeigen sich nur vereinzelt

"Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter", sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied bei der Bundesagentur, in Nürnberg. Durch die Lockerungen in der Corona-Politik und die beginnende Frühjahrsbelebung sinke die Arbeitslosigkeit und steige die Beschäftigung. "Folgen des Krieges in der Ukraine zeigen sich in den Arbeitsmarktdaten momentan nur vereinzelt", sagte Terzenbach. "Die Gefahren, die von einer weiteren Eskalation und beispielsweise Lieferstopps fossiler Rohstoffe ausgehen, belasten jedoch die weitere wirtschaftliche Entwicklung."

Sachsen: Hohe Einstellungsbereitschaft

Der bundesweite Trend zeigt sich auch in Mitteldeutschland. In Sachsen sank die Zahl der Menschen ohne Arbeit um 2.800. Im März waren im Freistaat 115.675 Frauen und Männer ohne Job. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,5 Prozent. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspricht damit etwa dem Vor-Corona-Niveau vom März 2020. Der sächsische Arbeitsmarkt entwickele sich in unruhigen Zeiten weiter positiv, sagte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen. "Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt, und die Einstellungsbereitschaft der Wirtschaft ist hoch."

Sachsen-Anhalt: Unsicherheit durch Krieg

In Sachsen-Anhalt ging die Arbeitslosigkeit ebenfalls zurück. Im März waren rund 77.300 Arbeitslose registriert. Das waren knapp 2.400 weniger als im Februar und 11.900 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit im März lag auch deutlich unter dem Niveau kurz vor dem ersten Lockdown. Im März 2020 zählten die Arbeitsagenturen 79.800 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt lag im März bei 7,0 Prozent.

Die aktuellen Daten wurden zur Monatsmitte erfasst. Der Krieg in der Ukraine werfe dennoch bereits Schatten auf den Arbeitsmarkt, teilte die Regionaldirektion der Arbeitsagentur mit. Arbeitgeber meldeten weniger neue Arbeitsstellen, was an der Unsicherheit in Folge des Ukraine-Krieges und den damit verbundenen gestiegenen Kosten liegen könne. Dies zeigten auch mehr Anzeigen auf Kurzarbeit im verarbeitenden Gewerbe und im Transportwesen.

Thüringen: Volle Auftragsbücher im Handwerk

In Thüringen waren im März 56.400 Männer und Frauen ohne Arbeit. Das waren 2.100 weniger als im Februar. Die Arbeitslosigkeit lag damit deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Die Arbeitslosenquote betrug im März 5,1 Prozent und war erneut die niedrigste unter den Ost-Ländern. "Die vollen Auftragsbücher vor allem im Handwerk sowie die Lockerungen der Corona-Maßnahmen werden die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt weiter beschleunigen", sagte der Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens.

dpa, Reuters (ala)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 31. März 2022 | 11:00 Uhr

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