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Die Bundesagentur für Arbeit sieht einen anhaltend positiven Trend. Bildrechte: IMAGO / Lichtgut

Zahlen für SeptemberArbeitsmarkt entwickelt sich positiv

von MDR AKTUELL

Stand: 30. September 2021, 14:34 Uhr

Auch dank der üblichen Herbstbelebung hat sich der Arbeitsmarkt in Deutschland für Arbeitnehmer positiv entwickelt. Es sind viele Stellen und Ausbildungsplätze frei und die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September auf rund 2.465.000 gesunken. Das sind etwa 114.000 weniger als im August und 382.000 weniger als im September vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank nach den aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit um 0,2 Punkte auf 5,4 Prozent, nach 6,2 vor einem Jahr. Werden jahreszeitlichen Schwankungen herausgerechnet, sank die Zahl der Erwerbslosen im August saisonbereinigt um rund 30.000 zum Vormonat.  

"Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen kräftig ab", sagte der BA-Vorstand Regionen, Daniel Terzenbach: "Die Beschäftigung und der Stellenbestand wachsen und liegen wieder über ihrem jeweiligen Vorkrisenniveau, gleichzeitig sinkt die Zahl der Kurzarbeiter deutlich." Im Juli 2021, dem für die BA-Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Kurzarbeit aktuellsten Monat, waren demnach bundesweit rund 927.000 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Im April 2020 hatte diese Zahl mit knapp sechs Millionen auf einem Höchststand gelegen.

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Die Zahlen für Sachsen

In Sachsen waren nach Angaben der Regionalagentur in Chemnitz per Ende September gut 116.300 Menschen als Arbeit suchend bei der Behörde gemeldet, rund 5.500 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote in Sachsen liegt damit bei 5,5 Prozent. Regionalchef Klaus-Peter Hansen sieht das als Indiz einer robusten sächsischen Wirtschaft, auch wenn das Niveau vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht sei. Mit einem neuen Höchststand von rund 44.000 offenen Stellen seien die Chancen, eine Arbeit zu finden, momentan sehr gut, vor allem für Fachkräfte.

Dem MDR sagte Hansen dazu: "Die Einstellungen der Wirtschaft nach den Sommerpausen laufen gut." Mehr als 9.000 Menschen in Sachsen hätten allein in den vergangenen vier Wochen eine Arbeit gefunden. Auch seien die Chancen für Jugendliche immer noch sehr gut, einen Ausbildungsplatz zu finden.

Die Zahlen für Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Arbeitslosen im September im Vergleich zum Vormonat gesunken. Erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sei die Arbeitslosenquote unter sieben Prozent auf 6,8 gefallen, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Halle mit. Die Zahl der landesweit gemeldeten Arbeitslosen habe Mitte September bei 75.700 gelegen – gut 3.500 weniger als im Vormonat und 10.600 weniger als im August 2020.

Der aktuelle Rückgang entspreche dem üblichen Saisonmuster, erklärte ein Sprecher der Regionaldirektion. Allerdings sei die Rückwärtsbewegung in diesem Jahr nicht so stark wie früher. Vor der Pandemie im September 2019 war demnach die Zahl der Arbeitslosen um etwa 4.200 gesunken.

Die Zahlen für Thüringen

Thüringens Arbeitgeber melden nach dem Ende der Urlaubszeit mehr offene Stellen, die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt setzt sich fort. Nach Angaben der BA-Regionaldirektion sank die Zahl der Arbeitslosen im September um rund 3.000 auf 57.200 landesweit. Demnach waren rund 10.900 Menschen weniger auf der Suche nach Arbeit als im September vor einem Jahr, und die Arbeitslosenquote verringerte sich im Vergleich zu August von 5,4 auf 5,2 Prozent.

Bei der Arbeitslosenquote liegt Thüringen im Ländervergleich gleichauf mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen – vor Nordrhein-Westfalen, Hamburg sowie allen weiteren ostdeutschen Ländern und Bremen.

Markus Behrens, Chef der Arbeitsagenturen Sachsen-Anhalt-Thüringen sieht den Arbeitsmarkt in Thüringen wieder fast auf Vorkrisen-Niveau. Im September 2019 waren demnach nur etwa 600 Menschen ohne Job weniger als jetzt. Und es wird damit gerechnet, dass die Zahlen weiter sinken, wenn auch langsamer. 

Weniger kalkulierbar ist der Einfluss der aktuellen Lieferengpässe auf den Arbeitsmarkt. Diese könnten Behrens zufolge vor allem die Baubranche und das verarbeitende Gewerbe weiter belasten und für viele Arbeitnehmer mindestens Kurzarbeit mit sich bringen.

Quellen: dpa, AFP, reuters, MDR (ksc)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 30. September 2021 | 11:00 Uhr