Arbeitsmarkt Positive Entwicklung hält im Oktober an

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt entwickelt sich dank einer kräftigen Herbstbelebung weiterhin positiv. Die Arbeitslosenzahl ging im Oktober gegenüber dem Vormonat um 88.000 auf rund 2,377 Millionen zurück. Auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verzeichnen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Auszubildender beim Schweißen
In den vergangenen zwölf Monaten sind den Arbeitsagenturen rund 19.000 Lehrstellen weniger gemeldet worden als im Vorjahr. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

  • In den vergangenen zwölf Monaten sind den Arbeitsagenturen rund 19.000 Lehrstellen weniger gemeldet worden als im Vorjahr.
  • Von September auf Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen um rund 4.800 auf 111.400 gesunken.
  • In Sachsen-Anhalt waren im Oktober rund 73.200 Menschen arbeitslos gemeldet – 2.400 weniger als im September.
  • In Thüringen ist die Arbeitslosenquote erstmals seit zwei Jahren wieder unter die Fünf-Prozent-Marke gesunken.

Die Arbeitslosenzahl ging im Oktober gegenüber dem Vormonat um 88.000 auf rund 2,377 Millionen zurück. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit.

Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Gegenüber dem Oktober des Vorjahres 2020 bedeutete dies einen Rückgang um 383.000 oder 0,8 Prozentpunkte. "Die Folgen der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt sind zwar noch sichtbar, werden aber kleiner", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sinken kräftig, Beschäftigung und die Nachfrage der Unternehmen nach neuem Personal nehmen zu und Kurzarbeit ist weiter rückläufig." Auch die Inanspruchnahme der Kurzarbeit ging laut Daten der BA zuletzt weiter zurück.

Pandemie hinterlässt Spuren auf dem Ausbildungsmarkt

Nicht zufrieden zeigte sich Scheele mit der Lage auf dem Ausbildungsmarkt. "Die Ergebnisse bleiben trotz einer Aufhellung noch sehr deutlich hinter denen vor der Pandemie zurück und wir stehen weiterhin vor großen Herausforderungen", sagte er. In den vergangenen zwölf Monaten waren den Jobcentern und den Arbeitsagenturen 511.300 Lehrstellen gemeldet worden, 19.000 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Logo MDR 120 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen: Größter Rückgang seit 2010

Die Herbstbelebung hat auch zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Sachsen geführt. Von September auf Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 4.800 auf 111.400 gesunken – der kräftigste Rückgang in einem Oktober seit dem Jahr 2010. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind aktuell rund 17.200 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote liegt in Sachsen bei 5,3 Prozent. Im Oktober 2019 betrug sie 5,1 Prozent. Stichtag für die aktuellen Daten war der 12. Oktober. "Mit einem neuen Höchststand an rund 44.600 freien Stellen stehen die Chancen auf eine Arbeit weiterhin sehr gut", sagte Geschäftsführer Klaus-Peter Hansen.

Mehr Langzeitarbeitslose in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit weiter zurückgegangen. Rund 73.200 Menschen waren im Oktober arbeitslos gemeldet. Das waren 2.400 Arbeitslose oder 3,2 Prozent weniger als im September und 10.300 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 6,6 Prozent nach 6,8 Prozent im September.

Allerdings stieg der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen gemeldeten Arbeitslosen. Derzeit sind den Angaben zufolge 43,5 Prozent der Erwerbslosen im Land länger als ein Jahr ohne Job. 2020 lag der Anteil bei 36,6 Prozent.

Die höchste Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt hat der Landkreis Mansfeld-Südharz mit 9,1 Prozent, die geringste der Landkreis Börde mit 4,5 Prozent. "Sorge bereitet uns die Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit“, sagte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

Thüringen: Quote wieder unter fünf Prozent

Die Arbeitslosenquote ist in Thüringen erstmals seit zwei Jahren wieder unter fünf Prozent gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, lag sie im Oktober landesweit bei 4,9 Prozent. Fast die Hälfte derer, die keinen Job haben, sind demnach Langzeitarbeitslose (42,4 Prozent). Insgesamt hatten sich im Oktober rund 54.500 Menschen in Thüringen arbeitslos gemeldet – 2.800 weniger als im September und 11.300 weniger als noch vor einem Jahr.

Laut Regionalgeschäftsführer Markus Behrens entspricht das dem üblichen Aufschwung im Herbst. Behrens sagte, er erwarte, dass die Arbeitslosigkeit in Thüringen in den nächsten Monaten weiter sinkt. Der hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen bereite ihm aber Sorgen. Das seien Auswirkungen der Corona-Krise. Nach Angaben der Arbeitsagentur suchen nach wie vor viele Firmen neue Mitarbeiter. Im Oktober meldeten sie 4.400 neue Stellen; die meisten davon in den Bereichen Zeitarbeit und Handel. Außerdem seien noch mehr als 1.900 Ausbildungsplätze frei. Gleichzeitig haben noch 350 Menschen, die an einer Ausbildung interessiert sind, keine passende Stelle gefunden.

Quelle: dpa (nvm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Oktober 2021 | 10:30 Uhr

Mehr aus Wirtschaft

Eine Tafel mit der Aufschrift zum Thema 1 min
Bildrechte: MDR
02.12.2021 | 18:57 Uhr

In der Pandemie wurden in Deutschland vom Bund bisher mehr als 120 Milliarden Euro Unterstützung an Firmen gezahlt. Wir zeigen, wie sich die Summe aufschlüsselt.

Do 02.12.2021 11:27Uhr 00:51 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/video-577820.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Spatenstich für den Ostsee-Tunnel nach Dänemark 1 min
Spatenstich für den Ostsee-Tunnel nach Dänemark Bildrechte: Eurovision

Mehr aus Deutschland