Dieselskandal Audi muss bei verbauten VW-Motoren vorerst keinen Schadenersatz zahlen

Im Dieselskandal muss der Autobauer Audi vorerst keinen Schadenersatz für verbaute VW-Motoren mit Schummelsoftware zahlen. Eine Klage dazu wurde vom Bundesgerichtshof ans OLG in Naumburg zurückverwiesen. Es müsse geprüft werden, ob das VW-Tochterunternehmen die illegalen Abschalteinrichtung kannte, erklärten die Karlsruher Richter.

Ein Kunde in einem Gebrauchtwagenzentrum
Der Kläger muss nachweisen, dass Audi von der illegalen Abschalteinrichtung geusst hat. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Im Dieselskandal muss der Autohersteller Audi zunächst keinen Schadenersatz wegen des Einbaus manipulierter Dieselmotoren von VW zahlen. Der Bundesgerichtshof verwies den Fall zurück ans Oberlandesgericht Naumburg. Es müsse geklärt werden, ob das Management der VW-Tochter Audi von der Manipulation gewusst habe, hieß es zur Begründung. Allein die Stellung als Tochtergesellschaft genüge nicht für die Annahme, Audi sei in die Entscheidung der Muttergesellschaft eingebunden gewesen.

Kläger muss Hinweise auf bewusste Täuschung durch Audi nennen

Zuvor hatte das OLG Naumburg Audi wegen sittenwidriger Schädigung zu Schadenersatz verurteilt. Audi legte daraufhin am BGH Revision ein.

Im verhandelten Fall ging es um einen Audi-Kunden, der im Mai 2015 einen gebrauchten Audi A6 Avant gekauft hatte. In den Wagen war der Dieselmotor mit der Schummelsoftware eingebaut. Die Motoren hatte Audi von VW gekauft.

Nach Bekanntwerden des Dieselskandals gab es eine Rückrufaktion. Auch das Auto des Klägers erhielt 2016 ein Update. Er wollte aber den Kaufpreis erstattet bekommen und das Auto wegen sittenwidriger Schädigung zurückgeben. Der Kläger muss in der Klage vor dem OLG Naumburg nun erneut begründen und belastbare Hinweise für die bewusste Täuschung seitens Audi nennen.

(AZ: VI ZR 505/19)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. März 2021 | 15:00 Uhr

Mehr aus Wirtschaft

Mehr aus Deutschland