Gasspeicher Bundesnetzagentur ruft zum Energiesparen auf

Wegen des Krieges von Russland in der Ukraine könnten Gaslieferungen an Deutschland unsicher werden. Die Bundesnetzagentur hat deshalb dazu aufgerufen, Energie einzusparen, wo es geht. Dabei sollen nicht nur Kommunen und Unternehmen mithelfen, sondern auch Privatpersonen.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur
Je mehr Energie jetzt eingespart wird, desto entspannter wird die Situation im Herbst, sagt der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller. Bildrechte: dpa

Die Bundesnetzagentur ruft Kommunen, Unternehmen und Privathaushalte zum Energiesparen auf. Präsident Klaus Müller sagte MDR AKTUELL, Deutschland müsse jetzt die Gasspeicher füllen. Je mehr eingespart werde, desto leichter werde die Situation im Herbst oder Winter. "Ein Grad weniger Raumtemperatur hilft schon einzusparen", sagt Müller.

Das Gebot der Stunde sei jetzt über Energieeinsparungen, Energieeffizienz und über die Umstellung von Produktion zu reden. Müller bezeichnet es als unverantwortlich, dass "man jetzt sagt, ich kann meine Heizung hoch aufdrehen, mich betrifft es ja nicht so schnell. Das bedeutet, dass woanders womöglich Arbeitsplätze gefährdet sind." Er wünsche sich auch Kommunen, die eigene Beiträge leisteten, um den Gasspeicher ihrer Region zu füllen.

Schäden durch ausbleibendes Gas

Müller erklärte, es gebe Produktionsprozesse, da könne ausbleibendes Gas und damit Wärme zu praktisch irreparablen Schäden führen. Die Bundesnetzagentur versuche derzeit gemeinsam mit Industrie und der Energiewirtschaft Kriterien zu entwickeln und Daten zu aktualisieren, damit man wisse, welche Schäden einem Unternehmen drohten. "Dieser Dialog braucht Zeit", erklärt Müller. Er bekomme aber bereits jetzt Post von Unternehmen, die auf einer Liste gerne nach vorne gezogen werden würden.

Wirtschaftsminister Habeck hatte am Dienstag die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Sollte die Notfallstufe in Kraft treten, würde die Bundesnetzagentur die Gasverteilung in Deutschland regeln.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 31. März 2022 | 06:00 Uhr

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