Elektroautos ACOD fordert Ladesäulen in Unternehmen

Mit Blick auf den Autogipfel bei Bundeskanzlerin Merkel fordert Jens Katzek vom Automobilcluster Ostdeutschland mehr Ladesäulen in Unternehmen. "Sonst klappt die Energiewende im Verkehrsbereich nicht", warnt er.

Ein Peugeot iOn wird an einer Ladesäule auf einer Konferenz zu Elektromobilität in Leipzig (Sachsen) in einer Messehalle geladen.
Bei der Förderung von Ladesäulen in Betrieben sieht Katzek viel Nachholebedarf. Bildrechte: dpa

Der ACOD, das Automobilcluster Ostdeutschland, fordert eine deutliche Erhöhung an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Anlässlich des Autogipfels bei Bundeskanzlerin Merkel sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Jens Katzek, dem MDR, die Ladeinfrastruktur sei  die Kernvoraussetzung für den Erfolg der Elektrostrategie in Deutschland.

Mehr Ladesäulen installieren

Angesichts der Veränderungen in der Automobilindustrie und den Klimaerfordernissen brauche der Bau neuer Ladesäulen mehr Tempo. "Wir müssen schneller werden und mehr Ladesäulen installieren", forderte Katzek. "Dabei gilt es, so verbraucherfreundlich wie möglich zu denken. Je einfacher das Laden, desto höher die Akzeptanz der klimafreundlichen Technologie.“  Autos stünden heute vor allen Dingen über Nacht zu Hause und am Tag am Arbeitsplatz. Daher seien dies auch die Orte, die sich für komfortables Laden geradezu anböten.  

Jens Katzek, SPD
Wenn die Aufstellung von Ladesäulen nicht vorangetrieben wird, sieht Automobilexperte Katzek die Energiewende im Verkehrsbereich in Gefahr. Bildrechte: Jens Katzek

Ladesäulen in Betrieben fördern

Bei der Förderung von Ladesäulen in Betrieben klaffe aber noch eine große Lücke. "Ohne Förderung wird es zig tausende neue Ladesäulen in den Unternehmen allerdings nicht geben, denn es gehört schlicht und einfach nicht zur Aufgabe von Unternehmen ihren Mitarbeitern Sprit fürs Auto zur Verfügung zu stellen", so Katzek. Dies gelte umso mehr, wenn neben dem Aufbau der Ladesäulen auch noch die Stromleitungen und damit das Netz erweitert werden müssten.

Bürokratie abbauen

Dass Dinge mit gutem Willen funktionieren könnten, zeige sich beim Laden im Wohnungsbestand. Dort sei schon eine Menge getan worden. Es brauche daher nicht nur mehr Geld, sondern den klaren Willen zur Umsetzung. 

 Auch Genehmigungsprozesse müssten vereinfacht und beschleunigt werden. Nur so könnten die ambitionierten Ziele, bis 2030 eine Million Ladesäulen zu schaffen, erreicht werden. "Bleiben wir so langsam wie bisher, klappt die Energiewende im Verkehrsbereich nicht", appellierte der Automobilexperte.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 17. November 2020 | 21:45 Uhr

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