Arbeitskampf droht Lokführer wollen streiken

Bundesweite Streiks der Lokführer liegen schon einige Jahre zurück. Nun steuern die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn AG jedoch darauf wieder zu. Beide erklärten Tarifverhandlungen für gescheitert.

Passagiere auf einem Bahnsteig
Auch Pendler müssen demnächst wohl mit Streiks bei der Bahn rechnen. Bildrechte: imago/Stefan Noebel-Heise

Die Kunden der Deutschen Bahn AG müssen sich auf Streiks einstellen: Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) hat Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt. GDL-Chef Claus Weselsky sagte MDR AKTUELL, die Tarifverhandlungen seien gescheitert.

Deshalb hätten GDL-Hauptvorstand und Bundestarifkommission jetzt einen Arbeitskampf beschlossen, sagte Weselsky, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Bahn warf er vor, den Tarifkonflikt noch verschärft zu haben, indem sie am Montag kein Angebot vorgelegt habe. Eine Nullrunde sei aber nicht hinnehmbar.

Einen Termin für Warnstreiks oder reguläre Ausstände nannte die GDL bisher allerdings noch nicht. Auch von einer Urabstimmung über reguläre Streiks unter den Gewerkschaftsmitgliedern war am Dienstag noch keine Rede.

Bahn widerspricht Weselsky

Anzeigetafel mit Zugverspätungen während eines Warnstreiks im Hauptbahnhof in Berlin.
Ob und wann es zu regfulären Streiks kommt, war noch offen. Warnstreiks sind jederzeit möglich. Bildrechte: imago/Markus Heine

Die vierte Verhandlungsrunde am Montag hatte zu keiner Einigung geführt. Die Bahn kritisierte danach, dass die GDL "Konfrontation um jeden Preis" wolle. Auch die Bahn hatte die aktuellen Tarifverhandlungen mit der GDL für gescheitert erklärt.

Die Bahn habe am Montag höhere Einkommen wie im öffentlichen Dienst an Flughäfen vorgeschlagen, hieß es. Die GDL habe sich jedoch verweigert. 

Die Tarifparteien im öffentlichen Dienst hatten sich im Herbst auf Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten geeinigt. Die Bahn machte wegen der Coronavirus-Pandemie zuletzt Milliardenverluste. Im September schnürte sie deshalb ein Tarifpaket mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Ab Anfang 2022 erhalten Beschäftigte 1,5 Prozent mehr Geld. Bis Ende 2023 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Die GDL hatte es abgelehnt, an diesen Verhandlungen teilzunehmen. Eine Schlichtung war im Herbst gescheitert. Nach dem Auslaufen des Tarifvertrags Ende Februar hatte dann die neue Verhandlungsrunde zwischen GDL und Bahn begonnen.

Quellen: dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. Juni 2021 | 13:30 Uhr

16 Kommentare

dimehl vor 14 Wochen

Man kann Kameras / Sensoren verwenden.
Die Reaktionszeit technischer Systeme dürfte kürzer als die des Menschen sein.
Wie häufig können Lokführer auf Grund der Gegebenheiten den Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen, was dann zu einer erheblichen Belastung des Lokführers führt ?
(Manche Lokführer können nach solchen Ereignissen ihren Beruf zeitweise / dauerhaft nicht mehr ausüben.)

Dab vor 14 Wochen

Autonomes Fahren bei der Bahn ist das Freiticket für Suizide!Nur die Lokführer sehen diesen Menschen,handeln schnell bringen den Zug zum Stehen.Was macht ein Rechner?Soll dieser über Menschenleben entscheiden?Es kann immer zu Gedränge am Bahnsteig kommen.Z.B.:Es stürzt jemand vom Bahnsteig.Klarer vorteil Mensch der Zug wird sofort zum Stehen gebracht,diese Person kann Leben.Nachteil Rechner wie ist die Programmierung.Diese Person wird getötet.

Dab vor 14 Wochen

Da die nicht alle Lokführer in dieser Gewerkschaft sind und zum Glück noch eine Berufsehre haben.Wird wieder ein Notbetrieb aufrecht gehalten.Da die Bahn immer mehr aus dem Nahverkehr verdrängt wurde,werden Bahn Lokführer auch an Privatbahnen ausgeliehen.Was für starke Unzufriedenheit sorgt.
Es gab schon erste Versuche mit Selbstfahrenden Züge,dabei wurde festgestellt,das immer ein Mensch zum Eingreifen anwesend sein muß.

Mehr aus Wirtschaft

Mehr aus Deutschland

Logo MDR 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im neuen Bundestag könnten so viele Abgeordnete sitzen wie nie zuvor. Ein Grund sind sogenannte Überhangmandate. Der Ausgleich soll nun neu geregelt werden.

16.09.2021 | 15:36 Uhr

Do 16.09.2021 15:29Uhr 01:14 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/video-554838.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video