Rekordhoch Benzin und Diesel in Deutschland so teuer wie nie

Die Preise für Benzin und Diesel sind in Deutschland aktuell so hoch wie noch nie. Das treibt auch die allgemein schon starke Inflation weiter an und kann in Grenzregionen wie Ostsachsen zu Marktverzerrungen durch eine Flucht der Kunden nach Polen führen.

Anzeige an einer poln. Zapfsäule
In den östlichen Grenzgebieten treiben die hohen deutschen Spritpreiese viele Autofahrer nach Polen. Bildrechte: MDR/Uwe Walter

Für einen Liter Benzin müssen Autofahrer nach Angaben des ADAC so viel bezahlen wie nie zuvor. Im Tagesdurchschnitt habe ein Liter Super E10 jetzt bundesweit 1,712 Euro gekostet, teilte der ADAC am Mittwoch mit.

Damit habe er seinen bisherigen Rekordstand vom 13. September 2012 bei 1,709 Euro übertroffen. Grund sind laut ADAC die hohen Rohöl-Preise, wobei auch geopolitische Faktoren derzeit eine größere Rolle spielten, so etwa die unsichere Situation in der Ukraine und der Konflikt im Jemen.

Bereits der Vormonat war für die Autofahrer ein außergewöhnlich teurer Monat: Am 31. Januar erreichte auch der Dieselpreis ein neues Rekordhoch, laut ADAC bei 1,637 Euro. Der Automobilklub rät, am Abend zu tanken. Da sei Kraftstoff vielerorts am günstigsten. Morgens koste er am meisten.

Inflation bleibt auf hohem Niveau

Die hohen Kraftstoffpreise heizen die insgesamt schon hohe Inflation weiter an. Zuletzt lag sie auf dem höchsten Stand seit fast 30 Jahren. Auch wenn sie im Januar zunächst nicht mehr ganz so stark stieg, gehen die Ökonomen doch von einem weiter anhaltenden Trend aus.

Besonders betroffen sind davon auch Tankstellen im Osten von Sachsen, denn im nahen Polen ist Tanken viel billiger. Dort hatte zuletzt eine Steuersenkung das Problem für die deutsche Konkurrenz noch verstärkt. Doch auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Preise gestiegen.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. Februar 2022 | 10:00 Uhr

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