Tankrabatt Spritpreise auch in Mitteldeutschland zum Teil deutlich gesunken

Die Spritpreise an den Tankstellen in Mitteldeutschland sind zum Teil deutlich gefallen. Im Zuge des seit Mittwoch geltenden Tankrabatts wurde die Krafstoffsteuer in Deutschland abgesenkt. Allerdings gibt es große Unterschiede.

Ein Mann betankt sein Auto
Das Tanken war am Vormittag in Mitteldeutschland teils deutlich günstiger als in den vergangenen Tagen. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

An den Tankstellen in Mitteldeutschland sind die Preise für Benzin und Diesel teils deutlich gesunken. Grund ist der seit Mittwoch geltende Tankrabatt, der durch eine Senkung der Kraftstoffsteuer erreicht wird.

Laut dem Vergleichsportal clever-tanken.de kostete ein Liter Diesel am Morgen in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Magdeburg und Erfurt im Schnitt deutlich weniger als zwei Euro. Allerdings gibt es zwischen den Tankstellen Preisunterschiede von bis zu 20 Cent. Ähnlich ist es bei Super und Super E10.

E10 meist unter 1,90 Euro

Auch bundesweit sind die Preise für Benzin und Diesel deutlich gesunken. Das ergab eine Schnellauswertung der Deutschen Presse-Agentur an rund 400 Tankstellen, für die Spritpreisdaten des ADAC analysiert wurden. So kostete am Mittwoch bei rund 350 der untersuchten Tankstellen der Liter Super E10 weniger als 1,90 Euro.

Eine Frau nimmt an einer Tankstelle in Hamburg Geld aus dem Portmonee, nachdem sie ihr Auto betankt hat mit Video
Benzin und Diesel sind teuer geworden. Um die Belastung beim Tanken etwas zu mildern, hat die Bundesregierung eine dreimonatige Steuersenkung auf Kraftstoffe beschlossen. Los geht's ab 1. Juni. Bildrechte: dpa

Im gleichen Zeitraum am Dienstag hatte es in dem Preisbereich nur eine einzige Tankstelle gegeben, die E10 für weniger als zwei Euro anbot. Bei der Mehrheit lag der Preis am Vortag zwischen 2,10 und 2,30 Euro.

Auch Diesel im Preis gesunken

Durch die Steuerentlastung ensteht eine theoretische Preissenkung für Superbenzin von rund 35 Cent pro Liter. Das liegt angesichts der vorliegenden Daten grob in Reichweite der Senkungen.

Auch beim Diesel ergab sich ein klarer Trend. Hatte es den Kraftstoff am Dienstag nur in seltenen Fällen für weniger als zwei Euro gegeben, machten diese Preise am Mittwoch die Mehrheit aus. Bei Diesel liegt die rechnerische Entlastung mit knapp 17 Cent pro Liter deutlich geringer.

ADAC: Preissenkungen so nicht erwartbar

Aus Sicht des ADAC in Thüringen waren die deutlichen Preissenkungen bei Benzin und Diesel nicht erwartbar. "Es war nicht davon auszugehen, dass das schon in der Breite zum Tragen kommt", sagte ein Sprecher. Die Preise seien aber immer noch zu hoch.

Der ADAC-Sprecher wies darauf hin, dass die Spritpreise im Tagesverlauf stark schwanken und wieder nach oben gehen könnten. Teils gebe es über den Tag verteilt Preisunterschiede zwischen sieben und elf Cent pro Liter. Wer billig tanken wolle, solle am ehesten in der Zeit zwischen 19.00 Uhr und 20.30 Uhr zur Tankstelle fahren. 

Vorräte häufig noch mit höherem Steuersatz belastet

Beim Bundesverband freier Tankstellen geht man ebenfalls davon aus, dass die Steuersenkung bei den Kunden ankommt. "Die Maßnahme scheint auf den ersten Blick weitestgehend weitergegeben worden zu sein", erklärte Verbandsgeschäftsführer Stephan Ziege. Vor der Steuersenkung war erwartet worden, dass die Spritpreise am Mittwoch nicht abrupt fallen werden.

Die gesenkte Steuer fällt derweil nicht beim Verkauf an der Zapfsäule an, sondern ab dem Tanklager beziehungsweise der Raffinerie. Das bedeutet, dass alle vor Mitternacht gelieferten Vorräte der Tankstellen noch mit dem höheren Steuersatz belastet sind. Dass die Mehrheit der Tankstellen dennoch bereits jetzt die Preise kräftig senkte, könnte eine Folge der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit und des Wettbewerbsdrucks sein.

Deutlicher Anstieg vor Inkrafttreten

In der Woche vor Inkrafttreten des Tankrabatts waren die Preise an den Tankstellen deutlich angestiegen. Der Benzinpreis stieg demnach im Vergleich zur Vorwoche um 6,1 Cent und kostete durchschnittlich 2,151 Euro, beim Diesel betrug das Plus fünf Cent, der Durchnitt lag bei 2,044 Euro. Im gesamten Monat Mai waren die Spritpreise demnach hoch, der Preis für Benzin lag im Schnitt nur einen halben Cent unter dem bisherigen Rekordmonat März, wo das Benzin 2,069 Euro pro Liter kostete.

MDR (fef), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL AUDIO | 01. Juni 2022 | 10:00 Uhr

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