BKK-Gesundheitsreport Pandemie gibt mobiler Arbeit Schub und Beigeschmack

Die Bedeutung der mobilen Arbeit – etwa von Zuhause aus - hat stark zugenommen und durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schub erhalten. Doch scheint die Corona-Krise die positiven Aspekte des Homeoffices für viele zu überdecken. Das geht aus dem diesjährigen Gesundheitsreport der Betriebskrankenkasse (BKK) hervor.

Homeoffice
In Zeiten ohne Pandemie erleben Menschen im Homeoffice viele positive Effekte. Bildrechte: imago images/CTK Photo

Das mobile Arbeiten ist nach Einschätzung der Betriebskrankenkasse (BKK) nicht mehr aus dem Berufsleben wegzudenken und gewinnt an Bedeutung. Das geht aus dem BKK-Gesundheitsreport hervor. So war 2019 die Arbeit im Homeoffice für ein Drittel der Befragten bereits Bestandteil des normalen Arbeitsalltags. Allerdings zeigt eine ergänzende Umfrage aus dem Juni 2020 auch, dass Beschäftigte vor dem Hintergrund der Pandemie das mobile Arbeiten negativer bewerten.

So zeigt die Datenanalyse für 2019 noch, dass ein Großteil der Beschäftigten einen positiven Effekt auf die eigene Gesundheit erleben, wenn sie im Homeoffice arbeiten. Von solchen positiven Wirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit sowie auf das Sozialleben berichten vor allem Beschäftigte, die regelmäßig beziehungsweise häufig mobil arbeiten. Zu dieser Gruppe gehören vor allem Beschäftige in den Bereichen Kommunikation und Information (31,1 Prozent) sowie in naturwissenschaftlichen Bereichen (27,8).

Pandemie trübt Vorteile der mobilen Arbeit

Eben diese Gruppen sind es auch, die den Einfluss der Pandemie auf ihr Arbeitsleben als verhältnismäßig positiv bewerten. Das zeigt die zusätzliche Umfrage der BKK vom Juni 2020. Gerade in diesen Branchen ist das Arbeiten im Homeoffice gut umsetzbar. Doch auch hier scheint der Effekt auf die Gesundheit durch die Corona-Krise überdeckt zu werden. So gaben alle Berufsgruppen an, dass sie durch die Pandemie einen tendenziell negativen Effekt auf ihre psychische und körperliche Gesundheit erleben.

Wenig überraschend fühlen sich dabei besonders Befragte aus den Wirtschaftsbereichen Gastronomie, Erziehung sowie Sozial- und Gesundheitswesen durch die Pandemie sowohl im Arbeitsleben als auch in ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit belastet. Also in Berufen, in denen das mobile Arbeiten nur schwer bzw. gar nicht anwendbar ist.

Pandemie hat Hemmungen abgebaut.

Die Pandemie hat nach Einschätzung der BKK die Entwicklung der digitalen Arbeitswelt und des mobilen Arbeitens vorangetrieben, da noch vor der Krise ein Drittel der Arbeitgeber und Führungskräfte Arbeit im Homeoffice ablehnten. Eben diese haben nun Erfahrungen mit dem mobilen Arbeiten machen können. Dementsprechend wird in dem Gesundheitsreport die Hoffnung formuliert, dass Homoffice und mobile Arbeit in der Zukunft mehr und mehr zur Normalität gehören könnte.

Der Kölner Versorgungs- und Rehabilitationsforscher Holger Pfaff erklärt, dabei sei eine Mischung zwischen mobilem Arbeiten und Präsenz im Büro wichtig. Es brauche "Zwischen-Tür-und-Angel-Gespräche" für eine gute Koordination. Es sei mit immer mehr individuellen Arbeitsvereinbarungen und immer höheren Erwartungen an eine Präsenzveranstaltung im Büro zu rechnen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Dezember 2020 | 14:00 Uhr

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