Einzelhandel Click&Collect: Großer Ansturm wird nicht erwartet

Click&Collect, also Waren online bestellen und am Laden abholen war in Sachsen verboten. Jetzt gab es aber doch grünes Licht, und ab Montag darf Click&Collect angeboten werden. Wie bereitet sich der Einzelhandel vor?

Eine Verkäuferin übergibt im Eingang des Haushaltswarengeschäfts Tritschler einem Kunden bestellte Ware.
Ab Montag ist Click & Collect in Sachsen erlaubt. Bildrechte: dpa

Ab Montag dürfen die Menschen in Sachsen wieder im Einzelhandel einkaufen – zwar nicht in, aber dafür an den Läden. Vorzugsweise im Freien sollen die Waren beim Click&Collect übergeben werden. So wird das auch Rico Wolf machen, der ein Fotogeschäft in Dresden betreibt. Er ist froh, dass er Kameras, Stative oder Fotoalben bald wieder an der Ladentür übergeben kann: "Ich erhoffe mir, dass mehr Kunden diese Möglichkeit nutzen und wir in dieser schwierigen Zeit unseren Umsatz dadurch etwas steigern können."

Vorlaufzeit brauche er keine, einen Onlinekatalog habe er bereits und auch sonst sei er gut vorbereitet, sagt er: Mit den Kunden würden die Abholtermine vorher telefonisch vereinbart, vor dem Geschäft werde einen Tisch bereitgestellt, auf dem sich auch Desinfektionsmittel befänden, "die Verkäufer tragen Masken und der Kunde natürlich auch und wir können durch diesen Tisch eine kontaktlose Übergabe realisieren."

Nicht alle Branchen können profitieren

Die Waren, die Rico Wolf verkauft, eignen sich gut für das System. Das gelte aber nicht für alle, sagt René Glaser vom Sächsischen Handelsverband. Einige Branchen profitierten kaum von Click&Collect: "Bei Baumärkten, Möbel- und Elektronikmärkten ist das sicherlich etwas mehr als beispielsweise im Textileinzelhandel, da es hier sehr auf das Probieren und das Sehen und das Fühlen der Ware ankommt."

Click&Collect sei gut, aber nicht die Rettung, meint Glaser. Das sieht auch Jens Preißler so. Er ist Centermanager der Altmarkt Galerie Dresden und rechnet nicht damit, dass dort am Montag wieder in den meisten Läden die Lichter angehen: "Es wird, glaube ich, nicht auf der Breite so sein, dass jeder Händler in der Altmarkt Galerie am Montag C&C einführen wird, weil er im Zweifel gar nicht logistisch drauf vorbereitet ist beziehungsweise auch einen entsprechenden Onlineshop nicht hat."

Tropfen auf den heißen Stein

Gerade kleinere Händler müssten den Service teilweise erst noch organisieren – und abwägen, ob es sich überhaupt lohne, sagt Preißler. Denn der Start von Click und Collect in Sachsen sei kurzfristig gekommen und die Lage nach wie vor unsicher.

Er rechnet damit, dass etwa ein Viertel der insgesamt 200 Geschäfte ab Montag Click und Collect anbieten, mit den erprobten Hygienekonzepten aus dem vergangenen Jahr: "Wir haben also mit Abklebungen gearbeitet, mit Absperrung gearbeitet, mit Kundenführung gearbeitet, und wie gesagt, wir erwarten jetzt ja auch nicht, dass das dazu führen wird, dass in Heerscharen die Frequenzen zurückkehren, im Gegenteil, das wird ein ganz kleiner Tropfen auf den heißen Stein sein."

Die Sorge des Ministeriums, dass sich durch Click&Collect viele Menschen in dem geschlossenen Raum des Einkaufscenters begegnen könnten, teilt er deswegen nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. Februar 2021 | 06:05 Uhr

7 Kommentare

H.E. vor 32 Wochen

Click und Collect hätte im November und Dezember eingeführt gehört. Aber nein, man überließt das Weihnachtsgeschäft Amazon und Co..
Was gibt es denn für ein Risiko bei Click und Collect?

Frank L. vor 32 Wochen

Na klar , dafür bezahlt der Staat! Ja klar ,wenn die Händler pleite sind und Harz 4 bekommen! Haben sie sich eigentlich mal mit einem direkt Betroffenen unterhalten? Mit Sicherheit nicht ,sonst würden sie nicht solchen Unsinn schreiben.

Peter vor 32 Wochen

Tja REXt: Sie betonen doch immerfort, wie Ihnen die Händler am Herzen liegen. Jetzt könnte Sie Ihre Solidarität gebrauchen. Aber es kommt wieder nur ein Lippenbekenntnis.

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