Empfehlung Wer zuerst geimpft wird

Die Impfkommissionen hat ihre Empfehlung zur Impfreihenfolge veröffentlicht. Demnach sollen über 80-Jährige, bestimmtes medizinisches Personal sowie Menschen in Alten- und Pflegeheimen zuerst eine Impfung erhalten.

Impfung
Direkt nach Weihnachten sollen die ersten Impfungen in der EU stattfinden. Bildrechte: imago images/MiS

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre offizielle Empfehlung zur Impfung gegen das Coronavirus veröffentlicht. Da anfangs nur eine begrenzte Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung steht, sollen demnach wie bereits geplant zunächst über 80-Jährige und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen geimpft werden. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mit, zu dem die aus einem unabhängigen Expertengrium bestehende Stiko gehört.

Entlastung von Krankenhäusern hat Priorität

"Der alles entscheidende Risikofaktor für eine schwere Covid-19-Erkrankung ist das hohe Alter", erklärte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens. Gerade in Alten- und Pflegeheimen werden viele Ausbrüche und Todesfälle beobachtet. Ziel des Impfplan sei es, Krankenhauseinweisungen zu verhindern und Krankenhäuser spürbar zu entlasten.

Impfstoff wird zunächst das Serum des deutschen Unternehmens Biontech sein, das bei Herstellung und Vertrieb mit dem US-Pharmakonzern Pfizer zusammenarbeitet. Sobald weitere Impfstoffe verfügbar sind, will die Stiko ihre Empfehlungen überarbeiten. Über die Zulassung eines Impfstoffs des US-Pharmakonzerns Moderna soll in der EU noch im Januar entschieden werden, ein dritter Impfstoff der US-Firma Novavax befindet sich in der entscheidenden dritten Testphase. Auch hier laufen Verhandlungen mit der EU.

Sechs Impfstufen

Insgesamt hat die Stiko die zu impfenden Personengruppen sechs Impfstufen zugeordnet. In der ersten Stufe sollen neben den über 80-Jährigen auch medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege geimpft werden. In der zweiten Stufe können sich dann 75- bis 79-Jährige impfen lassen sowie Personen mit geistigen Behinderungen und das Personal, das diese betreut.

Lehrer und Erzieher in der vierten Stufe

In die dritte Kategorie fallen beispielsweise Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit einem transplantierten Organ oder bestimmten Vorerkrankungen und enge Kontaktpersonen von Schwangeren. Die vierte Stufe sieht etwa die Impfung von Menschen ab 65 sowie von Lehrerinnen und Erziehern vor und von "Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen".

Die fünfte Stufe umfasst unter anderem die Impfung von Menschen ab 60, von Personal "in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen" und von Beschäftigtem im Einzelhandel und der kritischen Infrastruktur, wozu etwa die Strom- und Wasserversorgung zählen.

Impfungen beginnen am 27. Dezember

Die sechste Gruppe umfasst schließlich alle anderen Menschen, die jünger sind als 60 Jahre. "Um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 deutlich abzuschwächen, muss ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickeln", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nannte den 27. Dezember als EU-weiten Starttermin für die Impfungen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Dezember 2020 | 01:24 Uhr

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