Reisebranche Thomas-Cook-Insolvenz: Noch nicht alle geprellten Urlauber entschädigt

Im Dezember 2019 hatte die Bundesregierung versichert, dass alle Pauschalurlauber des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook voll entschädigt würden. Die Rückzahl-Aktion würde Monaten dauern, hieß es damals. Doch inzwischen ist deutlich mehr Zeit vergangen.

Reiseprospekte mit dem Logo des Tourismuskonzern Thomas Cook
Das Logo des Tourismuskonzern Thomas Cook auf einigen Reiseprospekten. Bildrechte: dpa

Anderthalb Jahre nach dem Zusammenbruch des Reisekonzerns Thomas Cook hat der Bund nach eigenen Angaben bislang mehr als zwei Drittel aller geschädigten Kunden ausgezahlt.

Restliche Zahlungen sollen bis Ende Juni eintreffen

Wie ein Sprecher des Justizministeriums mitteilte, wurden bisher gut 103 Millionen Euro ausgezahlt. Die Summe verteile sich auf rund 74.000 Fälle. Bei 32.000 Fällen stünde die Zahlung noch aus. Betroffene mussten sich für die Erstattung des vollen Reisepreises auf einem speziellen Portal registrieren. Dem Ministerium zufolge sollen die noch ausstehenden Zahlungen im Wesentlichen bis zum 30. Juni erfolgen.

EU-Richtlinie zu Insolvenz von Reiseanbietern

Die deutsche Thomas Cook war 2019 durch die Pleite des britischen Mutterkonzerns in die Krise gerutscht und hatte daraufhin Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen sagte gebuchte Reisen ab, auch wenn sie ganz oder teilweise bezahlt worden waren.

Die Bundesregierung hatte im Dezember 2019 angekündigt, die Kunden zu entschädigen, weil die Insolvenzversicherung von Thomas Cook nur einen geringen Teil der Summe abdeckte. Hintergrund ist, dass eine EU-Richtlinie zum Pauschalreiserecht seit Juli 2018 regelt, dass bei einer Insolvenz eines Reiseanbieters wie Thomas Cook, Urlaubern der volle Reisepreis erstattet werden muss.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. April 2021 | 18:00 Uhr

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