Klimaschutz Diese Folgen haben höhere CO2-Preise für Verbraucher

Seit Anfang des Jahres zahlen Unternehmen, die Kraftstoff oder Heizöl in den Verkehr bringen, Geld für die CO2-Emissionen, die dabei entstehen. Die Kosten liegen aktuell bei 25 Euro pro Tonne und steigen bis 2025 auf 55 Euro. Damit soll der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt werden. Experten und Politiker halten das jedoch für nicht ambitioniert genug und fordern deshalb höhere CO2-Preise. Was würde das für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeuten?

Ein rauchender Industrieschornstein
Ein höherer CO2-Preis könnte für steigende Heizkosten oder Spritpreise sorgen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Klimaschutz kostet Geld. Wahrscheinlich mehr als bislang angenommen. Nachdem die höchsten deutschen Richterinnen und Richter die Bemühungen des Bundes als "unzureichend" abgeurteilt haben, überbieten sich die Parteien mit neuen Vorschlägen. Fast alle wollen, dass der Ausstoß von Kohlendioxid teurer wird. Während die Grünen schon ab 2023 60 Euro pro Tonne fordern, plädiert Alexander Dobrindt von der CSU für 45 Euro ab 2022.

So oder so – für die Verbraucherinnen und Verbraucher habe der Preisanstieg Folgen, sagt Thomas Engelke, Leiter der Abteilung Energie und Bauen bei der Verbraucherzentrale Bundesverband – und bezieht sich auf die jährlichen Kosten für die Heizung: "Wenn wir jetzt zum Beispiel davon ausgehen würden, [...] dass wir bei 50 Euro landen würden, das wäre eine Verdoppelung. Und das hieße, für eine Gasetagenheizung wären dann 50 bis 100 Euro zu zahlen, bei Heizöl wären es 240 Euro für ein Einfamilienhaus."

Mehrkosten für Haushalte und Autofahrer

Die CO2-Bepreisung macht sich schon jetzt in der Betriebskostenabrechnung bemerkbar, denn die Vermieter können die Summe auf die Mieter umlegen. Melanie Weber-Moritz ist die Direktorin des Deutschen Mieterbunds und sagt: "Also wir haben durchgerechnet noch nach dem jetzigen Stand, der ja vorsieht, dass bis zum Jahr 2025 die Tonne CO2 55 Euro kosten wird und da ist es so, dass es Mehrkosten für die Haushalte gibt. Bei einer Erdgasheizung liegen die bei 140 Euro. Bei Heizöl sind es 185 Euro im Jahr, die man mehr zahlt. Also es macht sich schon sehr bemerkbar."

Auch an der Tankstelle müssen die Menschen mehr Geld lassen. Schon jetzt kostet der Liter Benzin oder Diesel sieben beziehungsweise acht Cent mehr. 2025 kämen dann noch einmal acht bis neun Cent dazu. Dieser schrittweise Anstieg sei verkraftbar, sagt Stefan Gerwens, Leiter des Verkehrsressorts beim ADAC. Eine schnellere Erhöhung des CO2-Preises würde die Autofahrer aber härter treffen: "Wir brauchen natürlich mehr Klimaschutz, wir haben da auch hohe Ambitionen in Deutschland. Auf der anderen Seite muss man eben sehen, dass das Handeln für die Verbraucher planbar und verlässlich ist und sie auch Ausweichreaktionen haben können. Da denken wir unter anderem an alternative Kraftstoffe, den Ausbau der Elektro-Ladeinfrastruktur, aber auch an ÖPNV und Rad. Und das braucht mehr Zeit."

Entlastung durch den Bund

Immerhin: Der Bund will die Bürgerinnen und Bürger bei Heizkosten und Sprit entlasten. Die Ministerien arbeiten daran, dass der Vermieter nur die Hälfte des CO2-Preises weitergeben darf. Für Pendler wurde die steuerlich absetzbare Kilometerpauschale erhöht. Verbraucherschützer Thomas Engelke schlägt außerdem sogenannte Klimaschecks vor, mit denen die CO2-Kosten teilweise erstattet werden können: "Jede Person bekommt einen Klimascheck in gleicher Höhe. Und das heißt nämlich auch, dass die unteren Einkommensgruppen prozentual mehr zurückbekommen und die, die leistungsstärker sind, würden dann auch etwas mehr schultern."

Alternativ könnte man auch den Strompreis senken, sagt Thomas Engelke. Genau das haben mehrere Bundesminister auch angeregt.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. Mai 2021 | 08:05 Uhr

130 Kommentare

Eulenspiegel vor 18 Wochen

Welche Folgen haben höheren CO2-Preise für die Verbraucher?
Also ich denke der Verbraucher wird sich neu orientieren müssen. Z.B. wird Regionalvermarktung günstiger. Oder mit der Bahn oder gar mit dem Schiff transportierte Ware wird günstiger. Letztendlich stehen ja alle unter einem Kostendruck darum werden alle versuche den CO2 Ausstoß so weit wie möglich zu reduzieren. Denn der wird in Zukunft ja teuer.

REXt vor 18 Wochen

Soldaten Norbert, dazu kommt das nach den jetzigen neuen Klimabeschlüssen, die Spargelstangen ums 4 fache erweitert werden müssen, dann werden sie wahrscheinlich keine Monokultur vor Spargelstangen / Photovoltaik sehen.

REXt vor 18 Wochen

Das kommt davon das keine ordentliche Wirtschaftspolitik die letzten Jahre gemacht wurde. Seit der letzten Finanz u. Wirtschaftskrise ist die Wirtschaft Europa weit ca. 10% gestiegen, gleichzeitig die Geldmenge um 80%.
Gelddrucken ist modern geworden, Weltweit. Gleichzeitig stiegen die Sparguthaben in D, so ca. 7 Billionen zur Zeit, klar das da Neid bei den Regierenden aufkommt. Die EU soll mit ca. 10 Billionen verschuldet sein, damit der Zirkus in den Südländern weiter geht, dafür bürgt größtenteils D. Die anderen sind ja mehr u. mehr Nehmerländer.
Diese Klimahysterie wird dazu benutzt um Geld „abzuschöpfen“. Wer Klima mit Geld retten will, lügt sich in die eigenen Taschen.

Mehr aus Wirtschaft

Mehr aus Deutschland

Screenshot 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK