Bundesnetzagentur Noch immer viele Funklöcher: Netzanbieter hinken hinterher

In Deutschland gibt es noch immer zahlreiche "weiße Flecken" ohne Handy-Empfang. Die Mobilfunk-Netzbetreiber wollten diese Lücken eigentlich bis Jahresende geschlossen haben. Doch hängen sie laut Bundesnetzagentur damit weit hinterher. Erfüllt wird wohl dagegen die Auflage, 98 Prozent aller Haushalte in Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen.

Mann mit Handy vor der Funkloch-Karte der Bundesnetzagentur (Collage: MDR JUMP)
Laut Bundesnetzagentur müssen noch Hunderte Fast-Funklöcher in Deutschland geschlossen werden. Bildrechte: imago/Westend61/Bundesnetzagentur (Collage: MDR JUMP)

Deutschlands Mobilfunk-Netzbetreiber verfehlen offenbar ihr Ziel, bis Jahresende Hunderte Funklöcher in Deutschland zu schließen. Das geht aus einem Bericht der Bundesnetzagentur hervor.

In der Frequenzauktion von 2019 verpflichteten sich die Firmen dazu, bis Ende 2022 in 500 bisherigen "weißen Flecken" neue Funkstationen zu bauen. Dem Bericht zufolge ist Telefónica (O2) erst bei 45, die Telekom bei 28 und Vodafone bei 12. Die Firmen wollen sich gegenseitig Zugang verschaffen, sie sind für je ein Drittel der weißen Flecken zuständig. Die Ausbauauflage besagt, dass auch dort ein Download in einem Tempo von 100 Megabit pro Sekunde möglich sein muss.

Weiße Flecken Das sind Gebiete, in denen weder 4G/LTE-noch 5G-Funksignale empfangen werden. Nach Definition der Bundesbehörde handelt es sich eigentlich nicht um Funklöcher, weil dort zumindest 2G-Signale zu empfangen sind.

Netzagentur erhöht Druck und will genaue Dokumentationen

Als Gründe für den schleppenden Ausbau geben die Anbieter eine schwierige Standortsuche und langwierige Verfahren an. In dem Schreiben der Bundesnetzagentur fordert die Behörde die Netzbetreiber auf, für jeden verzögerten Standort eine detaillierte Dokumentation vorzulegen. Damit solle geklärt werden, ob die Verzögerungen durch den jeweiligen Mobilfunknetzbetreiber oder Dritte zu vertreten sind. Die Behörde verweist zudem auf die Möglichkeit von Bußgeldern. Das Schreiben der Bundesnetzagentur liegt der dpa vor, es dient als Diskussionsgrundlage für die Beiratssitzung am kommenden Montag, an der auch Vertreter der Netzbetreiber teilnehmen.

Auf der Webseite der Bundesnetzagentur breitband-monitor.de gab es im Oktober dpa zufolge auf fast drei Prozent der Fläche Deutschlands weiße Flecken. Hinzu kommt noch eine Fläche von über 18 Prozent mit "grauen Flecken", wo nur einer oder zwei der drei Netzbetreiber funken. Echte Funklöcher gibt es auf 0,32 Prozent der Fläche - dort ist nicht mal 2G zu empfangen.

Schnelles Internet für fast alle Haushalte wohl umgesetzt

Neben der Vorgabe für die weißen Flecken enthalten die Auktionsauflagen von 2019 die Verpflichtung, bis Ende 2022 in jedem Bundesland mindestens 98 Prozent der Haushalte mit einem Downloadspeed von mindestens 100 Megabit pro Sekunde abzudecken. Dem Netzagentur-Bericht zufolge hat die Telekom die Auflage bislang in 12 Bundesländern, Telefónica in fünf und Vodafone in 13 Bundesländern erfüllt. Die Angaben beziehen sich dabei auf Meldungen der Firmen, die bis Anfang November in Bonn eingingen.

Sowohl Vertreter von Telefónica als auch von Vodafone äußerten sich allerdings zuversichtlich, diese Vorgabe bis Jahresende zu erreichen. Telefónica erklärte, man liege nun schon in elf Bundesländern über der 98-Prozent-Marke, in den restlichen fünf werde die Vorgabe bis Jahresende eingehalten.

100 MBit pro Sekunde? Mit dieser Download-Geschwindigkeit geht es flott ins Netz und im heimischen WLAN kommt es erstmal zu keinen Einschränkungen - Surfen, hochauflösendes TV-Streaming oder Online-Gaming sind problemlos möglich. (Quelle: dslweb)

dpa (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. November 2022 | 06:30 Uhr

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