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Galeria hat einen Plan für die Zukunft - aber der kommt nicht überall gut an. Bildrechte: picture alliance/dpa | Monika Skolimowska

Galeria-KriseGaleria macht Verdi Angebot für Warenhaus-Tarifvertrag

18. Juni 2024, 22:29 Uhr

Galeria Karstadt Kaufhof bietet seinen Mitarbeitern nach überstandener Insolvenz mehr Geld. Die Gewerkschaft Verdi weist das Angebot jedoch als zu niedrig zurück. Das Unternehmen warnt vor langwierigen Verhandlungen.

Die Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) bietet ihren rund 12.000 Beschäftigten nach überstandener Insolvenz und dem Einstieg von Investoren mehr Geld. Man habe der Gewerkschaft Verdi ein Tarifangebot über eine Entgelterhöhung von acht Prozent vorgelegt, die über drei Jahre gestreckt werde, teilte das Unternehmen mit. Hinzu kommen eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie von 600 Euro sowie eine nicht näher bezifferte Prämie, mit der die Beschäftigten am Erfolg ihrer jeweiligen Filiale beteiligt werden sollen.

Verdi: Angebot unter Einzelhandel-Abschlüssen

Der Vorschlag des Managements ist ein Warenhaus-Tarifvertrag, der sich nur auf Galeria Karstadt Kaufhof bezieht. Eine Rückkehr in den flächendeckenden Tarifvertrag des Einzelhandels, den die Firma schon vor langer Zeit verlassen hat, ist somit für das Management vom Tisch. Verdi äußerte Kritik: Das Angebot liege deutlich unter den jüngsten Tarifabschlüssen im Einzelhandel und vergrößere die Differenz zum Flächentarifvertrag, sagte Gewerkschafterin Corinna Groß.

Galeria spricht von "attraktiver Vergütung"

GKK-Finanzgeschäftsführer Guido Mager sprach jedoch von einer "attraktiven Vergütung" und warnte vor "langwierigen und ergebnislosen Tarifverhandlungen". Mit dem Tarifangebot sei man an die wirtschaftlichen Grenzen der Firma gegangen.

Deutschlands letzter großer Kaufhauskonzern ist seit langem in der Krise. Anfang dieses Jahres hatte das Unternehmen erneut Insolvenz angemeldet. Im Mai stimmten die Gläubiger dem Plan zur Sanierung des Unternehmens zu. Neue Eigentümer sollen zum 1. August die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz werden. Die Zahl der Filialen wird jedoch sinken, auch die Galeria-Filiale in Chemnitz muss schließen.

dpa/AFP(mze)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 18. Juni 2024 | 16:00 Uhr