Tarifstreit GDL lehnt Bahn-Angebot ab

Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL rücken Streiks immer näher. GDL-Chef Claus Weselsky hat das Tarifangebot des Staatskonzerns am Dienstag abgelehnt. Auch Verhandlungen über das Angebot schloss Weselsky weitestgehend aus.

Ein ICE passiert 2018 eine Baustelle.
Aus Sicht der GDL bleibt die Deutsche Bahn deutlich hinter den Tarif-Forderungen zurück. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sieht im Tarifangebot der Deutschen Bahn keine Verhandlungsgrundlage. Warnstreiks werden damit wahrscheinlicher. Man wolle das Angebot "entsprechend beantworten", sagte Gewerkschaftschef Claus Weselsky am Dienstag in Berlin. Die Bahn steuere "sehenden Auges" auf Streiks zu.

Bis zum 24. Mai will sich die GDL schriftlich zum weiteren Vorgehen äußern. Einen konkreten Beginn möglicher Warnstreik-Aktionen nannte Weselsky nicht. Allerdings schloss er keinen Zeitraum aus, auch nicht Pfingsten. Reisende würden rechtzeitig über mögliche Einschränkungen informiert.

GDL: Konzern bleibt hinter Forderungen zurück

Die Bahn hatte am Vortag erstmals im laufenden Tarifstreit ein Angebot vorgelegt und sich dabei am Abschluss orientiert, den der Konzern bereits im September 2020 mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abgeschlossen hatte. Es beinhaltet unter anderem eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr sowie eine Laufzeit bis 2023.

Darüber hinaus will der Konzern für die Vertragszeit betriebsbedingte Kündigungen ausschließen und in diesem und kommendem Jahr "auf hohem Niveau" neue Beschäftigte einstellen, wie Personalvorstand Martin Seiler am Montag nach den Verhandlungen sagte.

Der Konzern bleibt damit aus Sicht der GDL deutlich hinter den Forderungen zurück. Die Gewerkschaft hatte unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro gefordert. "Das Unternehmen hält weiter daran fest, dass die Führungsetage sich bereichert und der kleine Eisenbahner mit Minusrunden abgespeist werden soll", sagte Weselsky.

Quellen: dpa, Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Mai 2021 | 12:00 Uhr

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