G7-Konferenz in Berlin Habeck fordert Vorreiterrolle der G7 beim Kohleausstieg

Die Umwelt- und Energieminister der G7-Staaten sind in Berlin zusammengekommen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck erhofft sich von dem Treffen eine gemeinsame Initiative zum Kohleausstieg und damit eine Vorreiterrolle für weitere Staaten.

Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, erwartet zu Beginn des Treffens G7-Minister für Klima, Energie und Umwelt die Gäste.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck wünscht sich von den G7 eine Vorreiterrolle beim Kohleausstieg. Bildrechte: dpa

Klimaschutz- und Wirtschaftsminister Robert Habeck hat die G7-Staaten zu einer Vorreiterrolle beim Kohleausstieg aufgerufen. Zum Auftakt des G7-Ministertreffens in Berlin sagte Habeck, Ziel der zweitägigen Konferenz solle sein, den Ausstieg voranzubringen. Durch den Ukraine-Krieg gebe es eine Notlage bei der Versorgungssicherheit mit fossilen Energien. Daher seien Fortschritte umso dringlicher.

Wie aus einem Entwurf für die Abschlusserklärung hervorgeht, erwägen die Staaten ein Ende der klimaschädlichen Kohle-Verstromung bis 2030. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters haben aber Japan und die USA noch Abstimmungsbedarf bei der konkreten Formulierung angemeldet.

Kerry: Klimakrise wird nicht verschwinden

John Kerry, Sondergesandter des US-Präsidenten für das Klima
Der US-Klimabeauftragte John Kerry wirbt in Berlin für Umstellung auf erneuerbare Energien. Bildrechte: dpa

Der US-Klimabeauftragte John Kerry sagte bei der Zusammenkunft, die Klimakrise dürfe wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine nicht aus dem Blick verloren werden. Der Krieg und seine Auswirkungen bestimmten den Alltag. Aber die Klimakrise werde nicht verschwinden. Die Umstellung auf erneuerbare Energie müsse beschleunigt werden. Kerry betonte zugleich, man dürfe nicht glauben, dass es wegen der Ukraine nun eine Entschuldigung dafür gebe, eine ganz neue Generation fossiler Infrastruktur zu bauen.

Initiative zum Kohleausstieg soll auch G20 beschäftigen

An der Konferenz in Berlin nehmen die Energie-, Klima- und Umweltminister der sieben großen westlichen Industriestaaten teil. Ein Treffen in dieser Art gab es bisher noch nicht. Zu den G7 zählen Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien. Deutschland führt derzeit den Vorsitz.

Sollte die Initiative zum Kohleausstieg Erfolg haben, sollen sich die Staats- und Regierungschefs der G7 im Juni damit befassen. Später soll es auch im größeren Kreis der G20 besprochen werden. Der G20 gehören auch große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien an.

AFP, Reuters, dpa (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Mai 2022 | 11:00 Uhr

16 Kommentare

nasowasaberauch vor 4 Wochen

Papier ist ja so geduldig, siehe Pariser Klimaabkommen, gespickt mit Ausnahmen, Zugeständnissen, löchrig wie ein Käse. Sicher ist ein schwacher Trend betreffs Ausstieg aus der Kohle zu erkennen, aber bis zu einer signifikanten Reduktionen der globalen CO2 Emission wird es noch lange dauern, ich glaube zu lange. Vorbereiten auf den Klimawandel, das ist Aufgabe.

Mikro vor 4 Wochen

Basisdemokrat Im übrigen machen Sie unsere Regierung besser als sie ist-insbesondere Habeck und Baerbock machen einen schlechten Job.Und Sie erreichen eben nichts.

Jan-Lausitz vor 4 Wochen

Wie schon gestern ein Kommentator schrieb, kann man den Eindruck gewinnen, dass immer mehr kritische Meinungsäußerungen in ein MDR-Loch fallen. Oder kann dieser Beitrag gar nicht mehr kommentiert werden?

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