"Greenflation" Ökonomen: Hohe Rohstoffpreise gefährden Energiewende

Hohe Rohstoffpreise drohen den geplanten Übergang zur kohlendioxidfreien Stromerzeugung auszubremsen. Wirtschaftsexperten warnen: Begrenzte Ressourcen etwa bei Kupfer und Lithium und eine steigende Nachfrage könnten zu einer "Greenflation" führen und grünen Strom deutlich teurer machen als gedacht.

Symbolbild Energiewende: Solardach mit Windkraftanlagen im Hintergrund
Durch einen Preissprung bei Rohstoffen droht eine Verteuerung der Erzeugung. Bildrechte: imago images/U. J. Alexander

Steigende Rohstoffpreise gefährden nach Ansicht von Wirtschaftsexperten den geplanten weltweiten Übergang zu kohlendioxidfreier Stromerzeugung. Karl Lichtblau vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mahnte: "Wir müssen aufpassen, dass unsere schöne Energiewende nicht am Rohstoffmangel scheitert."

Der Ökonom sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es gebe bei 22 chemischen Elementen Probleme – darunter etwa bei Kupfer, Platin und Lithium. Kupfer wird etwa für Windräder benötigt, Platin für die Wasserstofferzeugung, Lithium für die Batterieproduktion.

Sharma: Umweltpolitische Vorgaben treiben Kosten hoch

Der Chefstratege des US-Investmenthauses Morgan Stanley, Ruchir Sharma, sprach von einer "Greenflation" – einer Teuerungswelle durch die Energiewende. Wachsende Nachfrage und sinkendes Angebot trieben die Preise für wichtige Rohstoffe hoch. Die ökonomischen Effekte könnten in den kommenden Jahren die gesamte weltweite Klimapolitik entgleisen lassen.

Problematisch sei dabei nicht allein der Anstieg der Rohstoffpreise. Hinzu kämen neue umweltpolitische Vorgaben etwa beim Kupfer und Aluminium. Das alles könne kohlendioxidfreien Strom unterm Strich deutlich teurer machen als bisher gedacht.

Hickel: Müssen sozialpolitische Folgen beachten

Der Bremer Wirtschafts- und Finanzwissenschaftler Rudolf Hickel warnte vor negativen sozialpolitischen Folgen. Er verwies auf eine Addition von marktbedingten und politisch gewollten Preissteigerungen, die am Ende vor allem Geringverdiener und Transferbezieher belasten könnten.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Januar 2022 | 11:45 Uhr

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