Preisentwicklung So wird die Inflation berechnet

Die Pandemie, die CO2-Steuer und das kurzzeitige Herabsenken der Mehrwertsteuer haben die Preise in Deutschland 2021 ansteigen lassen. Oft ist dann auch von einer hohen Inflation die Rede – doch was verbirgt sich dahinter und wie wird sie errechnet?

Ein Mann mit Maske schiebt einen Einkaufswagen voll mit Dosen, Getränken und Toilettenpapier an einem Costco-Markt vorbei.
Ein Einkaufwagen wird imaginär mit verschiedensten Gütern gefüllt. Die monatliche Veränderung seines Werts ist die Inflationsrate. Bildrechte: dpa

Jeden Monat veröffentlicht das Statistische Bundesamt detaillierte Zahlen zur Preisentwicklung bestimmter Waren in Deutschland. Daraus ergibt sich wiederum der sogenannte Verbraucherpreisindex, dessen jährliche Veränderung auch als Inflationsrate bekannt ist. Wie ermittelt also das Bundesamt diesen Index?

Wert eines imaginären Warenkorbs wird berechnet

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisentwicklung eines imaginären Warenkorbs. Dieser enthält rund 650 Güterarten, die die Konsumausgaben der privaten Haushalte in Deutschland möglichst repräsentativ widerspiegeln sollen. Von Miete über Energie, Dienstleistungen, Freizeit und Versicherungen bis hin zu Urlaub enthält der Warenkorb eine breite Auswahl.

Miete fällt stärker ins Gewicht als Nahrung

Die verschiedenen Güter werden anschließend in der Berechnung gewichtet: Wohnung, Wasser, Strom und Gas fallen mehr ins Gewicht als beispielsweise Nahrungsmittel und Getränke. Letztere zählen aber mehr als die Kosten für Haustiere und diese wiederum werden stärker gewichtet als Glücksspiel. Durch diese Wichtung wird sichergestellt, dass größere monatliche Ausgaben entsprechend mehr Einfluss auf die Berechnung des Verbraucherpreisindex haben.

Veränderung von Produkten spielt eine Rolle

Berücksichtigt werden in dem Warenkorb auch qualitative Veränderungen von Produkten: Werden Smartphones beispielsweise leistungsfähiger aber behalten ihren Preis, zählt das als Preissenkung. Auch Mengenänderungen werden eingerechnet: Reduziert ein Hersteller die Packungsgröße bei gleichbleibendem Preis, zählt dies als Preiserhöhung.

Warenkorb wird stetig aktualisiert

Die Auswahl der Artikel im Warenkorb wird außerdem laufend aktualisiert - wird ein Produkt nicht mehr nachgefragt oder angeboten, wird es ersetzt. Die Gewichtung der einzelnen Güter im Warenkorb wird alle fünf Jahre auf Basis einer Haushaltsbefragung mit rund 60.000 Teilnehmenden auf den neuesten Stand gebracht.

AFP(sra)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2022 | 14:30 Uhr

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