Teuerungsrate Inflation auf höchstem Stand seit fast 30 Jahren

Energie und Nahrungsmittel sind in Deutschland im Dezember deutlich teurer geworden. Die Preise dafür haben die Inflation zum Jahresende noch einmal kräftig wachsen lassen. Die Teuerungsrate stieg damit im gesamten vergangenen Jahr auf 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit den höchsten Stand seit 1993. Auch im neuen Jahr müssen die Deutschen mit weiter steigenden Preisen rechnen.

Die Kraftstoffpreise werden an einer Tankstelle angezeigt.
Die stark gestiegenen Preise an den Tankstellen haben die Teuerungsrate in Deutschland kräftig anziehen und die Inflation auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren klettern lassen. Bildrechte: dpa

Das Leben in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Das Statistische Bundesamt teilte mit, die Preise für Waren und Dienstleistungen hätten 2021 im Schnitt 3,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres gelegen. Damit sei die Teuerung auf dem höchsten Stand seit 1993. Damals hatte sie 4,5 Prozent betragen. 2020 hatte es nur ein Plus von 0,5 Prozent gegeben.

Energie und Lebensmittel als Preistreiber

Nach Angaben der Statistiker beschleunigte sich die Inflation zum Jahresende. So hätten die Preise im Dezember durchschnittlich 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen, im November seien es 5,2 Prozent gewesen.

Als Ursache der starken Teuerung nennen die Statistiker unter anderem die gestiegenen Energiepreise. Sie lagen im Dezember 18,3 Prozent über denen des Vorjahres. Nahrungsmittel verteuerten sich im gleichen Zeitraum um sechs Prozent, Dienstleistungen um 3,1 Prozent, darunter Wohnungsmieten um 1,4 Prozent. Auch Lieferengpässe hätten die Preise in die Höhe getrieben.

Rückgang der Inflation im Januar erwartet

Für Januar erwarten die meisten Experten einen Rückgang. Ein Grund ist allerdings ein Statistikeffekt. Die Preise werden dann nicht mehr mit jenen aus dem zweiten Halbjahr 2020 verglichen, als die Mehrwertsteuer wegen der Corona-Krise zeitweise von 19 auf 16 Prozent gesenkt worden war. Allerdings werden im Januar die zuletzt stark gestiegenen Erdgaspreise zuschlagen.

Mit einer Normalisierung der Inflationen bei den auch von der Europäischen Zentralbank gewünschten zwei Prozent rechnen die Wirtschaftsexperten aber erst frühestens Ende des Jahres beziehungsweise im kommenden Jahr.

Reuters,AFP,dpa(jks)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2022 | 14:30 Uhr

9 Kommentare

MDR-Team vor 25 Wochen

Hallo Jan-Lausitz,
die Datenlage ist sehr valide. Vielleicht sollten Sie den Artikel nochmal genauer lesen. Das eine ist die Inflationsrate des Monats Dezember, bezogen auf den Vorjahres-Dezember, das andere ist die Inflationsrate des Gesamtjahres, bezogen auf das Vorjahr. "Nach Angaben der Statistiker beschleunigte sich die Inflation zum Jahresende. So hätten die Preise im Dezember durchschnittlich 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen, im November seien es 5,2 Prozent gewesen."

Jan-Lausitz vor 25 Wochen

Hier scheint es sich in Deutschland auch bei diesem Thema um eine "nicht valide" Datenlage zu handeln. Gestern war in der Sächsischen Zeitung von einer Deutschlandrate von 5,3% zu lesen.

Die EZB sprach noch im Herbst von einem sehr kurzfristigem Ereignis ...

THOMAS H vor 25 Wochen

Steffen1978: Leider wurde vergessen, zu berichten, daß die Steigerungen auch durch die neuen 181 Lottomillionäre (davon 2 x je 90 Millionen), im Jahr 2021 zustande gekommen sind und sich damit das Horten und das Ausgeben. m. M. relativieren. Für die Allgemeinbevölkerung sind die Worte "Horten und weniger Ausgeben" nicht die richtigen, denn von den Steigerungen der Vermögen sind sie am wenigsten betroffen.

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