Statistisches Bundesamt Inflation steigt im März auf 7,3 Prozent

Der Krieg in der Ukraine und die damit erwarteten Engpässe bei Gas, Öl und Lebensmitteln hat die Inflation auf einen Höchststand steigen lassen. Das Statistische Bundesamt verzeichnete den größten Preisanstieg seit 1990.

Voller Einkaufswagen zwischen Supermarktregalen
Nicht nur an den Tankstellen, auch bei Lebensmitteln müssen die Deutschen mehr ausgeben. Bildrechte: colourbox

Die Inflationsrate in Deutschland ist im März auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch anhand vorläufiger Daten mitteilte, lagen die Verbraucherpreise um 7,3 Prozent über dem Niveau des März 2021. Im Februar hatte die Jahresinflationsrate noch bei 5,1 Prozent gelegen.

Energie und Krafstoffe fast 40 Prozent teurer

Ein junger Mann betankt 2011 sein Auto und hält dabei Geldscheine in der Hand.
Vor allem an den Tankstellen sind höhere Preise zu zahlen Bildrechte: dpa

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind die Öl- und Gaspreise stark gestiegen. Nach den Daten der Statistiker mussten die Menschen in Deutschland im März 39,5 Prozent mehr für Haushaltsenergie und Kraftstoffe ausgeben als im Vorjahresmonat. Nahrungsmittel verteuerten sich innerhalb eines Jahres um 6,2 Prozent.

Keine Entspannung in Sicht

Mit einer Entspannung bei den Preisen ist vorerst nicht zu rechnen. Die Deutsche Bundesbank schrieb in ihrem Monatsbericht für März, die Preise für Nahrungsmittel und Industriegüter dürften wegen des Einbruchs der Weizenexporte aus der Ukraine und Russland sowie wegen Störungen der Lieferketten weiter steigen.

Eine Umfrage des Ifo-Instituts ergab, dass immer mehr Firmen in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen wollen, vor allem solche im konsumnahen Bereich zu erwarten.

Jahresinflation von mehr als sechs Prozent erwartet

Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr derzeit mit einer Teuerungsrate von mehr als sechs Prozent. Auch das wäre der höchste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung 1990. In den alten Bundesländern hatte zuletzt 1981 eine Sechs vor dem Komma bei der Inflationsrate gestanden.

Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose

Nach Einschätzung der "Wirtschaftsweisen" müssen sich die Deutschen in Folge des Ukraine-Krieges auf dauerhaft höhere Energiepreise einstellen. Veronika Grimm vom Wirtschaftssachverständigenrat der Bundesregierung begründete das damit, dass sich Deutschland unabhängiger von Gas- und Ölimporten aus Russland mache und dadurch die Kosten stiegen. Die Experten senkten zudem ihre Wachstumsprognose für die Wirtschaft in diesem Jahr von 4,6 Prozent auf 1,8 Prozent.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 30. März 2022 | 19:30 Uhr

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