Facebook, Whatsapp und Instagram Facebook-Störung beeinträchtigte Geschäfte von Unternehmen

Für mehrere Stunden waren am Montagabend die Social-Media-Dienste Facebook, Whatsapp und Instagram nicht erreichbar. Das hatte unmittelbar Folgen für die Geschäfte vieler Unternehmen – nicht nur für Facebook selbst.

Icons von Facebook, Instagram und WhatsApp auf einem Smrtphone
Bei Twitter wurde über den mehrstündigen Ausfall von Facebook gewitzelt. Für viele Unternehmen hatte der Ausfall jedoch weitreichende negative Folgen. Bildrechte: dpa

Wirtschaftliche Schäden durch Facebook-Down

Der Ausfall der weltweit genutzten Social-Media-Dienste Facebook, Whatsapp und Instagram hat wohl auch wirtschaftliche Folgen für Unternehmen in Deutschland. Davon gehen Digitalexperten aus.

"Insbesondere Handelsunternehmen nutzen soziale Medien auch als Werbe- und Verkaufskanal – und gerade abends kaufen viele Online-Shopperinnen und Online-Shopper im Netz ein. Das dürften einige Händler gespürt haben", sagt der Hauptgeschäftsführer des Digitalverbandes Bitkom, Bernhard Rohleder.

Für Unternehmen sei es deshalb wichtig, die eigene Kommunikation auf mehrere Kanäle zu verteilen und Alternativen zu haben. Laut Bitkom nutzt jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) Social-Media-Dienste für die interne und externe Kommunikation. Zwei Drittel (66 Prozent) nutzen dafür Messenger-Dienste. Das ergab eine repräsentative Bitkom-Studie im Mai 2021.

Negative Auswirkungen für Selbständige

Auch Thorsten Neuhetzki vom unabhängigen Technikmagazin "inside digital" geht davon aus, dass der Ausfall der drei Plattformen auch in Deutschland negative Auswirkungen für zahlreiche Unternehmen und Selbständige mit sich brachte.

Zu ihnen gehören bekannte Influencerinnen und Influencer, die beispielsweise über bezahlte Beiträge auf Instagram Geld verdienen: "Diese Beiträge sind unter Umständen auch getimed. Gestern Abend lief zum Beispiel "Höhle der Löwen" auf Vox. Und diese Sendung wird oft von Influencern begleitet, die dann in der Zeit bezahlte Beiträge machen sollen", sagt der Experte.

Bei einem Dienst direkt mit dem Facebook-Konto einloggen unmöglich

Dieses Geschäftsmodell über soziale Medien ist vergleichsweise bekannt. Andere durch den Ausfall gestern eingeschränkte Geschäftsmodelle kennen Nutzerinnen und Nutzer möglicherweise nicht unbedingt: Firmen, die einen so genannten Single-Sign-on anbieten, hatten Probleme, Kundinnen und Kunden auf ihre Seiten und Shops zu bringen.

Thorsten Neuhetzki sagt: "Man kann sich bei diesen Seiten ganz einfach mit dem Facebook-Account einloggen, ohne dass man sich ein Konto mit einem gesonderten Passwort einrichten muss. Das Facebook-Konto ist ganz einfach das Login auf der fremden Webseite."

Online-Shops oder Dienste mit dieser Anmeldemethode seien gestern Abend also auch betroffen gewesen. Dazu gehört etwa der Tarifoptimierer remind.me, mit dem Kunden ihren Strom- oder Gastarif schnell wechseln können.

Abhängig von einem Konzern

Zudem nutzen viele Unternehmen inzwischen Whatsapp als Kundenhotline. Diesen Dienst können Firmen bei Whatsapp buchen. Viele Hotlines fielen deshalb vermutlich durch die Störung am Montagabend aus.

Auch Onlineshops oder Hersteller aufwendig hergestellter Mode nutzen Instagram oder Facebook inzwischen als Vertriebskanal. Allerdings ist das oft nur einer von vielen. Parallel gibt es meist noch die Möglichkeit, online über eine Webseite oder telefonisch zu bestellen: "Wer dagegen nur den einen Weg nutzt und sich so abhängig von einem Konzern macht, hat auf das falsche Pferd gesetzt", konstatiert Neuhetzki.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Oktober 2021 | 20:00 Uhr

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