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Im kommenden Jahr steigen die Kosten fürs Heizen wegen der Einführung der CO2-Abgabe. Bildrechte: IMAGO

Klimaschutz

So viel kostet Sie die CO2-Abgabe

von Ralf Geißler, MDR AKTUELL

Stand: 04. Januar 2021, 15:36 Uhr

Für jede Tonne ausgestoßenes CO2 werden nächstes Jahr 25 Euro fällig. Durch die Einführung der CO2-Abgabe werden auch die Rechnungen fürs Heizen und Tanken teurer. Wie tief müssen die Verbraucher ins Portemonnaie greifen?

Wie wiegt man eigentlich CO2? Und wer misst, wie viele Tonnen davon meine Heizung ausstößt? Die Antwort lautet: Gemessen wird gar nichts. Die CO2-Abgabe beruht auf Berechnungen. Sie wird schon auf Heizöl, Gas oder Benzin draufgeschlagen. Und die Händler geben diese Mehrkosten dann an die Verbraucher weiter.

Was das für eine Familie mit zwei Kindern bedeutet, hat Lundquist Neubauer vom Vergleichsportal Verivox für MDR AKTUELL ausgerechnet: Ein Musterhaushalt mit einem Heizbedarf von 20.000 Kilowattstunden und einem Familienauto müsse im kommenden Jahr mit Mehrkosten von 108 Euro bei einer Gasheizung und mit einer Ölheizung mit 158 Euro rechnen. Für einen VW Sharan seien das 60 Euro mehr fürs Benzin. Es komme eine ganze Menge zusammen, sagt Neubauer.

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Tipps zur Nebenkostenabrechnung

Bundesregierung verspricht Entlastung beim Strompreis

Bis 2025 dürften sich diese Kosten noch einmal verdoppeln. Denn der Preis für den CO2-Ausstoß soll auf bis zu 55 Euro je Tonne steigen. Heizen und Tanken werden also teurer. Dafür verspricht die Bundesregierung Entlastung beim Strompreis. Sie senkt die viel diskutierte EEG-Umlage, die jeder mit der Stromrechnung mitbezahlt. Viel sei da aber nicht zu erwarten, sagt Neubauer:

Die Absenkung der EEG-Umlage ist schon eher homöopathisch.

Lundquist Neubauer | Verivox

Die Stromkosten sinken nach seinen Worten dann rein rechnerisch um zwölf Euro für eine Familie im Jahr. Gleichzeitig stiegen aber die Netzentgelte stark an.

Verbraucherzentrale: Stromsteuer senken

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen fordert deshalb eine deutlich stärkere Entlastung beim Strom. Teamleiter Thomas Engelke sagt, die Stromsteuer sollte auf ein Minimum sinken. Netzentgelte und EEG-Umlage sollten fairer verteilt werden.

Bislang gibt es hier großzügige Ausnahmen für einige Industriebetriebe. Die müssten weg oder anders finanziert werden, sagt Engelke: "Das zusammen würde den Strompreis um ungefähr vier Cent je Kilowattstunde senken. Und ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch würde dann etwa 140 Euro im Jahr sparen." Das wäre eine echte Entlastung und würde die Mehrkosten durch die neue CO2-Abgabe ausgleichen.

Gericht könnte CO2-Abgabe kippen

Doch womöglich kippt noch ein Gericht die CO2-Abgabe. Denn einige Juristen, wie der Passauer Verwaltungsrechtler Rainer Wernsmann, behaupten: Die Abgabe sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, weil der Staat sie bis 2025 wie eine neue Steuer erhebe. Wernsmann erklärt, dass Klagen zunächst beim Verwaltungsgericht landen: "Und wenn das Bundesverfassungsgericht die Kriterien seiner bisherigen Rechtsprechung beibehält, wofür alles spricht, dann würde das Gesetz für diese Jahre für verfassungswidrig erklärt."

Dann müssten grundsätzlich auch die gezahlten Abgaben erstattet werden.

Rainer Wernsmann | Verwaltungsrechtler

Die Bundesregierung beteuert, eine Erstattung werde nicht nötig sein. Sie geht davon aus, dass ihre CO2-Abgabe mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Und die Regierung argumentiert, dass sie die Verbraucher wegen der höheren Energiepreise an anderer Stelle entlaste. So erhöhe sich nächstes Jahr das Kindergeld um monatlich 15 Euro. Und eine kleine Steuerreform lasse fast allen Bürgern deutlich mehr Netto vom Brutto.

Leopoldina-Präsident: Globale CO2-Steuer wäre großer Erfolg

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Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 17. November 2020 | 05:00 Uhr

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