Explodierende Kosten Spediteure und Lkw-Fahrer protestieren gegen hohe Dieselpreise

Lkw-Fahrer haben unter anderem in Berlin und Brandenburg mit ihren Lastern gegen die schnell auf Rekordhöhen gestiegenen Dieselpreise protestiert. In der Politik zeichnet sich noch keine Einigung ab, die den Unternehmen helfen könnte.

Ein Schild mit der Aufschrift: 'Preiswert Tanken' hängt an einer Tankstelle, an der zwei LKWs stehen.
Diese Zeiten sind vorbei: Wegen des Ukraine-Kriegs leiden Fuhrunternehmen unter den schnell und stark gestiegenen Dieselpreisen. Bildrechte: dpa

Während die Bundesregierung unter anderem mit einer Erhöhung der Pendlerpauschale eine erste und eher später wirkende Entlastung von gestiegenen Kraftstoffpreisen für Bürger angeschoben hat, wird weiter über die aktuell wirkende Lage an den Zapfsäulen diskutiert.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) will einen direkten Rabatt an den Tankstellen. Die Grünen wollen lieber ein Energiegeld. Und die Union in der Opposition fordert eine Senkung der Mineralölsteuer. Eine Einigung stand am Mittwoch aus, während protestierende Lkw-Fahrer auf Berlin zurollten.

Fuhrunternehmen organisieren Protestfahrten

Hohe Dieselpreise machen den Transportunternehmen zu schaffen. Mit Protestfahrten in Berlin und Brandenburg forderten am Mittwoch einige von ihnen Hilfe, deren Verbände sich von solchen Aktionen distanzierten. 

Der Berliner Polizei zufolge waren am Vormittag 50 bis 70 Lkw in der Nähe des Olympiastadions und des Ernst-Reuter-Platzes unterwegs, bis Mittag aber wieder abgefahren. Die Polizei in Brandenburg warnte vor Schleichfahrten von Lastwagen auf den Stadtautobahnen 10 und 111 des Berliner Rings. 

Keine Blockaden in Berlins Innenstadt geplant

Ziel der Protestfahrten sei die Berliner Innenstadt, hatte einer der Initiatoren der dpa gesagt. Blockaden oder Staus seien dort aber nicht geplant, lediglich "Durchfahrten" von mehreren Hundert Lkw, deren Unternehmer sich an den Aktionen beteiligten. Sie forderten demnach eine Senkung der Mineralölsteuer.

Auf einer LKW Zugmaschine ist bei einer Lkw-Demonstration gegen hohe Kraftstoffpreise ein Schild mit der Aufschrift "Dieselpreis zu hoch! Ihr macht uns kaput" angebracht.
Lkw-Protest schon am vergangenen Wochenende in Köln Bildrechte: dpa

Kritisiert wird zudem ein Wettbewerbsnachteil, unter dem Spediteure vor allem im Grenzgebiet zu Polen litten, wo die Dieselpreise deutlich niedriger sind.

Branchenverbände wie der Verband Verkehr und Logistik Berlin und Brandenburg distanzierten sich zwar von solchen Aktionen. Ähnliche Aufrufe zu Demonstrationen in Form von Lastwagen-Konvois gab es allerdings auch in anderen Gegenden in Deutschland, wovon etwa der WDR in Nordrhein-Westfalen berichtet.

"Beruhigung" der Preise auf hohem Nivau

Bei den Dieselpreisen deutet sich nach den extremen Anstiegen der vergangenen Wochen inzwischen eine Beruhigung an. Wie der ADAC mitteilte, verbilligte sich Diesel zuletzt um 1,5 Cent und kostete am Dienstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,29 Euro pro Liter. Das sind rund 62 Cent oder gut 37 Prozent mehr als noch vor dem Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar, als der Preis für Diesel nur knapp über 1,67 Euro lag.

Quellen: dpa, WDR (ksc)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. März 2022 | 13:30 Uhr

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