MDRfragt Große Sorge vor weiter steigenden Lebensmittelpreisen

Die Preise vieler Lebensmittel sind zuletzt stark gestiegen. Beim täglichen Einkauf muss immer tiefer in ihre Taschen gegriffen werden. Mehr als ein Drittel der Menschen in Mitteldeutschland empfindet die derzeitigen Preise als zu hoch. Jeder Vierte legt sich Vorräte an. Außerdem wollen viele ihr Kaufverhalten ändern, indem sie etwa verstärkt Preise vergleichen.

Regale mit Gemüse in einem Discounter
Die Preise für viele Lebensmittel wie zum Beispiel Obst und Gemüse sind zuletzt stark gestiegen. Bildrechte: MDR/Carmen Fiedler

Lebensmittelkosten belasten Haushaltsbudgets

Die steigenden Preise machen sich schon jetzt im Portemonnaie der Menschen in Mitteldeutschland bemerkbar. Das hat eine Umfrage von MDRfragt ergeben. Demnach gaben 90 Prozent der rund 33.800 Teilnehmenden an, dass die steigenden Lebensmittelkosten ihr Haushaltsbudget etwas oder stark belasten.

Belastung Haushaltsbudget Durch steigende Preise
. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fast alle Befragten fürchten noch höhere Preise. So gaben 96 Prozent an, Sorge davor zu haben, dass die Lebensmittelpreise in naher Zukunft weiter ansteigen könnten. Lediglich vier Prozent machen sich diesbezüglich keine Sorgen.

Diagramm zu Thema: Sorge weiterer Preisanstieg bei Lebensmitteln
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr als ein Viertel legt Vorräte an

29 Prozent der Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer legen sich aktuell Vorräte an Lebensmitteln an. 70 Prozent und damit die deutliche Mehrheit tun dies jedoch nicht.

Diagramm zu Thema: Vorrat an Lebensmitteln
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Diejenigen, die angegeben haben, sich aktuell mit bestimmten Produkten einzudecken, bevorzugen vor allem haltbare Lebensmittel. So nannten sie in der Befragung etwa "Konserven", "Mehl", "Reis" oder "Nudeln".

Mehr als die Hälfte will verstärkt Preise vergleichen

In der Umfrage wurde danach gefragt, ob die Teilnehmenden planen, ihr Einkaufsverhalten zu ändern, wenn die Lebensmittelpreise stark steigen. 17 Prozent wollen dies nicht tun.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) gibt an, verstärkt Preise zu vergleichen. Preiswertere Alternativen zu Markenprodukten sind für 41 Prozent eine Option.

Ein Drittel (33 Prozent) möchte außerdem mehr selbst produzieren, also beispielsweise Gemüse anbauen, selber backen oder auf Fertigprodukte verzichten. 27 Prozent der Befragten wollen generell weniger einkaufen.

Diagramm zu Thema: Einkaufsverhalten ändern bei steigenden Lebensmittelpreisen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vier Prozent wollen ihr Kaufverhalten anderweitig ändern. Unter anderem gaben die Befragten an, weniger wegzuwerfen, sich mehr an Einkaufszettel zu halten, weniger auf Bio-Produkte zurückzugreifen oder mehr regional einzukaufen, zum Beispiel bei Bauernhöfen und Direktvermarktern.

Lebensmittelpreise für mehr als ein Drittel zu hoch

Die Lebensmittelpreise in Deutschland sind für 44 Prozent der Menschen, die sich an der Befragung beteiligt haben, angemessen. 39 Prozent empfinden sie jedoch als zu hoch. Zu niedrig schätzen sie elf Prozent ein.

Lebensmittelpreise in Deutschland
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

An der nicht repräsentativen Online-Umfrage von MDRfragt beteiligten sich insgesamt 33.834 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

MDRfragt – Meinungsbarometer für Mitteldeutschland

Über diese Befragung Die Befragung vom 11.03.- 14.03.2022 stand unter der Überschrift: Heizen, tanken, essen - Wie sollen wir die steigenden Preise bezahlen?

Insgesamt sind bei MDRfragt 59.970 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 14.03.2022, 21.00 Uhr). 33.834 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:

16 bis 29 Jahre: 552 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 5.827 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 14.177 Teilnehmende
65+: 13.278 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 17.628 (52 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 8.192 (24 Prozent)
Thüringen: 8.014 (24 Prozent)

Verteilung nach Geschlecht:
Weiblich: 15.365 (45 Prozent)
Männlich: 18.400 (55 Prozent)
Divers: 69 (0,2 Prozent)

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben. Aufgrund von Rundungen kann es vorkommen, dass die Prozentwerte bei einzelnen Fragen zusammengerechnet nicht exakt 100 ergeben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UMSCHAU | 22. März 2022 | 20:15 Uhr

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