Einkommenskluft Weiter große Lohnunterschiede zwischen Ost und West

Bei den Löhnen in Ost- und Westdeutschland gibt es weiter eine deutliche Kluft. Der Unterschied ist je nach Branche unterschiedlich groß. Am größten ist der Einkommensunterschied in der Textilindustrie.

Eine Mitarbeiterin bestückt in einer Textilweberei die sogenannte «Zettelmaschine» mit Garn.
In der Textilindustrie ist er der Lohnunterschied zwischen Ost- und Westdeutschland mit 70 Prozent am größten. Bildrechte: dpa

Zwischen den west- und den ostdeutschen Bundesländern herrschen noch immer große Einkommensunterschiede. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage von Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hervor.

Ostdeutsche verdienen im Mittel 22,5 Prozent weniger

Demnach lag das mittlere Brutto-Monatsgehalt sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigter im vergangenen Jahr in Westdeutschland bei 3.540 Euro. In Ostdeutschland betrug es 2.890 Euro. Menschen in Ostdeutschland verdienten damit im Mittel 22,5 Prozent weniger.

Lohnunterschied in der Textilindustrie am größten

In der Textilindustrie ist demnach die Differenz mit 70 Prozent am größten. In der Autoindustrie und im Maschinenbau verdienen Beschäftigte im Osten etwa 40 Prozent weniger als ihre Kollegen im Westen. Auch bei Herstellung von IT-Gütern und in der Schifffahrt fallen die Unterschiede deutlich aus.

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Geteiltes Bild: Norddeutsche Dorfansicht mit kleinem Kanal bzw. Hafen und alten Segelbooten im Vordergrund. Sowie: Kleiner Haafen mit bunten Hütten und weiteren Gebäuden auf blauem Wasser und vielen Segelbooten.
Krummhörn im Landkreis Aurich und der Markkleeberger Hafen Zöbigker im Landkreis Leipzig: Die beiden Orten haben mehr gemeinsam als Bötchen und Wasser. Bildrechte: imago/Dieter Mendzigall, Sylvio Dittrich (M)

Linken-Politiker Bartsch fordert Angleichung der Ostlöhne

Bartsch sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Millionen Ostdeutsche seien bei der Bezahlung weiterhin Arbeitnehmer zweiter Klasse. Lohnunterschiede von 40 Prozent und mehr in der Industrie seien durch nichts zu rechtfertigen

Er forderte die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP auf, sie sollten im Koalitionsvertrag vereinbaren, die Ostlöhne bis zum Ende der Legislatur 2025 anzugleichen. Es könne nicht nur darum gehen, dass die Ampel eventuell ein paar Ostdeutsche in Führungspositionen hole. Man brauche gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Land.

Ministerium verweist auf Kurzarbeit während Pandemie

Das Bundesarbeitsministerium wies in seiner Antwort daraufhin, dass die starke Inanspruchnahme von Kurzarbeit infolge der Corona-Krise die Löhne merklich beeinflusst habe und damit auch die Unterschiede.

Quelle: dpa, epd, AFP, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 21. November 2021 | 12:30 Uhr

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