Flugausfälle und Verspätungen Warnstreik bei der Lufthansa am Mittwoch

Wegen eines Warnstreiks des Bodenpersonals drohen am Mittwoch bei der Lufthansa Flugausfälle und Verspätungen. Bundesweit rund 20.000 Beschäftigte sind aufgerufen, die Arbeit niederzulegen. Mitten in den Sommerferien dürften vor allem Urlauber unter den Folgen leiden. Die Lufthansa musste im Sommerflugplan eh schon tausende Flüge streichen, weil Personal fehlt.

Ein Flugzeug der Lufthansa steht an einem Gate.
Ohne Bodenpersonal geht bei der Lufthansa nichts - keine Positionierung auf dem Rollfeld und keine Wartung. Bildrechte: dpa

Kunden der Lufthansa müssen in dieser Woche mit Behinderungen rechnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief die Bodenbeschäftigten des Konzerns bundesweit zu einem ganztägigen Warnstreik am Mittwoch auf. An dem Tag werde es zu größeren Flugausfällen und Verzögerungen kommen, kündigte die Gewerkschaft an.

Der Warnstreik beginne Mittwochmorgen um 3:45 Uhr und ende am Donnerstag um 6:00 Uhr, teilte Verdi am Montag in Berlin mit. Zum Streik aufgerufen sind rund 20.000 Beschäftigte an allen Lufthansa-Standorten, also etwa in Frankfurt am Main, Düsseldorf, Köln, Hamburg, München oder Berlin, wie Verdi weiter mitteilte. Die Bodenbeschäftigten sind auch für die Wartung der Flugzeuge zuständig und dafür, die Maschinen in die entsprechenden Positionen zu schieben.

9,5 Prozent mehr Lohn gefordert

Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen bei der Lufthansa. Verdi hatte jüngst ein erstes Tarifangebot als "unzureichend" abgelehnt. Nach Gewerkschaftsangaben hatte das Unternehmen Festbeträge und eine ergebnisabhängige Komponente bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Die Gewerkschaft fordert bei 12 Monaten Laufzeit 9,5 Prozent mehr Geld. Die Gehaltssteigerung müsse mindestens 350 Euro betragen.

Lufthansa: Warnstreik "unzumutbar"

Die Lufthansa bezeichnete den Warnstreik als unzumutbar - sowohl für die Fluggäste als auch für die anderen Lufthansa-Mitarbeiter. Personalvorstand Michael Niggemann sagte, bei dieser Dauer und über alle Standorte hinweg könne man auch kaum noch von einem Warnstreik sprechen. Er verwies auf die weiter angespannte wirtschaftliche Situation der Fluggesellschaft.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände erklärte, die Lufthansa und deren Passagiere mit Lohnforderungen mitten im Sommer zu belasten, sei absolut unverhältnismäßig. Der Urlaubswunsch der Menschen werde schamlos ausgenutzt. Die Gewerkschaft Verdi solle an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Die Lufthansa-Beschäftigten sind durch die Pandemie und das wieder anziehende Reisegeschäft stark belastet. Es herrscht Personalnot. Die Lufthansa strich zur Entlastung kürzlich tausende Flüge.

dpa (ala, ilg)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 25. Juli 2022 | 11:00 Uhr

6 Kommentare

knarf2 vor 9 Wochen

Man kann ja Mal bei der Die Lufthansa nachfragen wann
ihr Streiks angenehm sind.
Streiks haben die Aufgabe
für verbesserte Bedingungen der Beschäftigten zu kämpfen!
Und ob die Gegner es nun wahrhaben wollen oder nicht der Zeitpunkt muß so
gewählt werden dass die Unternehmen nicht einfach
lachend drüber weg sehen können!Die Gewerkschaft dafür zu verdammen und
zu fragen:warum gerade jetzt?ist hinterhältig auch wie in diesem Fall gegenüber den Reisenden!

Ralf G vor 9 Wochen

Abgesehen vom Warnstreik fehlen ja angeblich ohnehin viele Mitarbeiter. Wie ist das möglich bei 1.6 Mio Hartz4-Empfängern? Liegt es an Parteien die auch Arbeitsunwilligen garantieren, dass sie in Deutschland gut leben können?

lk2001 vor 9 Wochen

So ist das wenn man auf andere Angewiesen ist. Es gibt nichts praktischeres und für die Fortbewegung nützlicheres wie das eigene Auto. Natürlich dauern manche Wege länger wie mit dem Flugzeug. Aber es fährt wenn ich es wünsche, man muss sich von niemandem Erpressen lassen.

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