Tarifstreit mit Lokführern Ramelow wirft Bahn unprofessionelles Verhandeln vor

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) wirft dem Management der Deutschen Bahn unprofessionelles Vorgehen im aktuellen Tarifkonflikt mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL vor. Er sagte dem MDR-Magazin "Umschau": "Die Bahn kündigt gestern zum ersten Mal an, einen Corona-Bonus zahlen zu wollen. Aber sie nennt keine Zahl. Wie soll denn eine Gewerkschaft darauf eingehen?"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow bei einer Pressekonferenz.
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Mit Blick auf seine langjährige Arbeit als Gewerkschafter und Streitschlichter in Tarifkämpfen sagte der Ministerpräsident: "So etwas Unprofessionelles, wie es im Moment passiert, kann ich mich nicht erinnern, schon mal erlebt zu haben." Ramelow war fast 20 Jahre als Gewerkschafter aktiv und hat mit Matthias Platzeck (SPD) im Sommer 2015 den monatelangen von Streiks begleiteten Tarifstreit bei der Deutschen Bahn mit einer Schlichtung beendet.

Corona-Prämie-Angebot ohne konkrete Zahlen

Im aktuellen Tarifkampf fordert die GDL Lohnerhöhungen von rund 3,2 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro im laufenden Jahr. Die Bahn bietet zwar 3,2 Prozent mehr Lohn, will die Stufen aber später umsetzen und eine längere Laufzeit.

Streikende der Gewerkschaft GDL am Kölner HBF.
Streikende der Gewerkschaft GDL. Bildrechte: imago images/Future Image

Nach dem ersten zweitägigen Streik in der vergangenen Woche hatte die Geschäftsführung der Deutschen Bahn AG am Sonntag, wenige Stunden vor Beginn des zweiten am Freitag angekündigten Streiks im Personenverkehr, eine Corona-Prämie angeboten. Einen konkreten Betrag hatte das Bahn-Management jedoch nicht genannt. Die GDL ist auf das Angebot nicht eingegangen und hat am Sonntag den Streik im Güterverkehr begonnen und am Montag im Personenverkehr.

Quelle: MDR UMSCHAU

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 24. August 2021 | 20:15 Uhr

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