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Blick in einen Einkaufskorb mit klassischen Produkten aus Ostdeutschland. Bildrechte: Volker Queck, MDR

Lebensmittel

Studie: Ältere Menschen achten stärker auf Nachhaltigkeit

Stand: 03. September 2020, 11:00 Uhr

Regional und saisonal – darauf achten besonders ältere Menschen beim Einkaufen. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist bei Frauen generell stärker ausgeprägt. Einige Marken aus Mitteldeutschland freuen sich weiter großer Beliebtheit und können sich auch bundesweit behaupten. Zugleich hat die Corona-Pandemie das Einkaufsverhalten vieler Menschen verändert.

Beim Einkaufen achten besonders ältere Menschen auf Nachhaltigkeit – Frauen dabei generell mehr als Männer. Zu dem Ergebnis kommt die Mitteldeutsche Markenstudie 2020, die das Erfurter Institut für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK) erstellt hat. Demnach gaben in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr als 60 Prozent der Befragten in der Altersgruppe 60 bis 69 Jahre an, regionale und saisonale Lebensmittel zu bevorzugen. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es lediglich rund 30 Prozent. Auch gaben die Älteren deutlich häufiger als die Jüngeren an, nur wenig Lebensmittel wegzuschmeißen (89 Prozent; bei den bis zu 29-Jährigen 58 Prozent), Verpackungsmaterial zu vermeiden (49 bzw. 30 Prozent) und auf stark verarbeitete Lebensmittel zu verzichten (49 bzw. 27 Prozent).

Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab es bei der Auswahl saisonaler Lebensmittel (52 Prozent Frauen bzw. 40 Prozent Männer) und beim Verzicht auf stark verarbeitete Lebensmittel (45 Prozent Frauen bzw. 33 Prozent Männer). Aber auch auf Bio-Lebensmittel, soziale Produktionsbedingungen oder die Vermeidung von Verpackungsmaterial achten Frauen häufiger als Männner.

Fairer Handel und Tierwohl eher wenig berücksichtigt

Bei anderen Nachhaltigkeitsfaktoren sehen die Forscherinnen und Forscher dagegen noch Verbesserungsbedarf. So nannte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen lediglich jeder Fünfte das "Fairer Handel"-Siegel als Kaufgrund, bundesweit war es jeder Dritte. Auf das Tierwohl achteten der Studie zufolge immerhin 28 Prozent der Mitteldeutschen und 34 Prozent im bundesweiten Schnitt. Direkt beim Erzeuger oder auf dem Wochenmarkt kauften weniger als ein Fünftel der Befragten ein.

Bautz'ner Senf hat die treueste Kundschaft

In der Studie wurde zudem die Treue der Kundinnen und Kunden sowie die Bekanntheit von insgesamt 119 Marken in zwölf Produktgruppen abgefragt. Demnach ist "Rotkäppchen"-Sekt über alle Kategorien hinweg am bekanntesten. In Mitteldeutschland nannten 68 Prozent der Befragten die Traditionsmarke aus Sachsen-Anhalt, bundesweit waren es 52 Prozent.

Die treueste Kundschaft hat dagegen Bautz'ner Senf. So gaben 79 Prozent der Mitteldeutschen an, regelmäßig den Senf aus Sachsen zu kaufen. Ähnlich hohe Werte erreichten Heichelheimer aus Thüringen und Rotkäppchen.

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Kaufland in Mitteldeutschland an der Spitze

Wichtiges Kriterium beim Einkaufen war der Studie zufolge aber auch, dass ein Geschäft in der Nähe des Arbeits- oder Wohnortes liegt. In Mitteldeutschland gehen nach wie vor die meisten Menschen zu Kaufland (37 Prozent), gefolgt von Netto (28 Prozent) und Edeka (27 Prozent). Im bundesweiten Vergleich der Discounter hat Edeka (35 Prozent) den bisherigen Spitzenreiter Aldi (33 Prozent) abgelöst.

Pandemie verändert Einkaufsverhalten

Seit Beginn der Corona-Krise haben viele Menschen zudem ihr Konsumverhalten teils deutlich verändert. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, mit Blick auf Einkaufstage, Zeiten und Häufigkeit anders einzukaufen als vor der Krise, im gesamtdeutschen Schnitt waren es sogar 42 Prozent. Mehr als jeder Fünfte kauft zudem preisbewusster ein, einige kaufen aber auch grundsätzlich mehr Lebensmittel ein als sonst (16 Prozent in Mitteldeutschland; 23 Prozent im bundesweiten Schnitt).

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 03. September 2020 | 21:45 Uhr

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