Nationale Wasserstrategie Wie Trinkwasser für die Zukunft gesichert werden soll

Umweltministerin Svenja Schulze hat am Dienstag einen Entwurf für eine nationale Wasserstrategie vorgestellt. Darin stehen verschiedene Maßnahmen, die die Versorgung mit sauberen Trinkwasser sicher stellen sollen.

An einem Wasserspender füllt sich ein Passant seine Trinkflasche mit Wasser auf.
Wie können wir sparsamer mit Wasser umgehen? Bildrechte: dpa

"Auch in 30 Jahren soll es in Deutschland jederzeit und überall ausreichend qualitativ hochwertiges und bezahlbares Trinkwasser geben", forderte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Dienstag auf den Nationalen Wasserforum. Um das sichern zu können stellte das Schulzes Ministerium eine nationale Wasserstrategie vor.

Mit der Wasserstrategie will man auf neue Herausforderungen reagieren, die zum Beispiel der Klimawandel mit sich bringt. "Sie soll ein Aufbruch für den umfassenden Gewässerschutz sein und der gesellschaftlichen Wertschätzung für das Wasser dienen", erklärte Schulze.

Ressourcenschonende und ans Klima angepasste Wasserwirtschaft

Zehn verschiedene strategische Schritte sollen unter anderem dabei helfen, Grundwasser und Gewässer sauberer zu halten. Außerdem will man eine Überlastung der Ressource Wasser vermeiden und die bestehende Wasserwirtschaft an die Folgen des Klimawandels anpassen sowie an die sich verändernde Demographie.

Bis 2050 will man die verschiedenen Schritte nun umsetzen. Darunter fällt beispielsweise, dass bei der Bevölkerung ein besseres Bewusstsein für die Ressource Wasser geschaffen wird. Denn Wasser ist lebenswichtig, betonte auch die Bundesumweltministerin: "Es hat eine existenzielle Bedeutung für uns Menschen und für die Natur. Wir alle, jeder für seinen Bereich, muss hier gesamtgesellschaftlich Verantwortung übernehmen."

Des Weiteren sollen Gewässer nachhaltiger bewirtschaftet werden, damit sie wieder sauberer und gesünder werden. Auch sollen Konzepte für eine gewässerverträgliche und kliamaangepasste Flächennutzung entwickelt und realisiert werden.

Klare Regeln im Falle von Wasserknappheit

Die nationale Wasserstrategie soll für klare Regeln sorgen, sollte es doch zur Wasserknappheit kommen. Es brauche bundeseinheitliche Kriterien und Leitlinien für eine Wassernutzungshierarchie, erklärt die Umweltministerin. Das bedeutet, eine Antwort auf die Frage zu finden: "Welche Wassernutzungen haben im Fall von Wasserknappheit dann Vorrang?"

Gemeinsam mit Bund und Ländern sowie mit allen relevanten Wassernutzern soll nun eine Antwort gefunden werden. Zudem muss die nationale Wasserstrategie noch in der Bundesregierung abgestimmt werden und für die Umsetzung benötigt es die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen.

Der Entwurf des Bundesumweltministeriums bündelt viele Ideen das sogenannten Nationalen Wasserdialogs. Einem Zusammenschluss aus Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Forschung.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio | 08. Juni 2021 | 12:09 Uhr

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