Neue Tarifverhandlungsrunde Weitere Streiks im Einzelhandel

Betroffen sind unter anderem Kaufland, Netto, Aldi, Ikea und H&M: In 37 Geschäften sollen Beschäftigte nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi heute und morgen die Arbeit niederlegen. Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus soll ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde festgeschrieben werden.

Beschäftige in Groß- und Einzelhandel stehen bei einem Streik in der Innenstadt.
Bereits in Berlin, Bochum, Dortmund und Hannover (Bild) haben die Beschäftigten von Einzel- und Großhandel gestreikt. Bildrechte: dpa

Wenige Tage vor Beginn der vierten Verhandlungsrunde will die Gewerkschaft Verdi die Streiks im Einzelhandel ausweiten. Beschäftigte von insgesamt 37 Betrieben in Sachsen und Thüringen wurden für heute und morgen zum Streik aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Kaufland, Netto, Aldi, Ikea und H&M.

Streikschwerpunkte sind nach Gewerkschaftsangaben Leipzig, Erfurt, Gera, Dresden, Chemnitz und Nossen. Alle Märkte und Geschäfte sind den Angaben zufolge regulär geöffnet, Kunden müssten aber mit Einschränkungen rechnen.

Verdi will "deutliche" Steigerung

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago erklärte, wenn am Montag weiterverhandelt werde, gehe es nicht um Zehntel-Prozente. "Die Arbeitgeber müssen uns ein völlig neues Angebot unterbreiten, was die aktuelle wirtschaftliche Situation widerspiegelt. Wir wollen eine deutliche Reallohnsteigerung für die Verkäuferinnen und Verkäufer durchsetzen." Die Geschäfte im Handel liefen gut, die Umsätze stiegen, das müsse sich auch für die Beschäftigten auszahlen.

Bereits seit Mittwoch wird im Rewe-Großhandelslager in Nossen bei Meißen gestreikt. Für den Vormittag ist dort Verdi zufolge eine Versammlung mit den Streikenden von Rewe aus Dresden, Ostsachsen sowie Chemnitz geplant.

Tarifverhandlungen seit Mai

Die Tarifverhandlungen ziehen sich nach Gewerkschaftsangaben in die Länge. Im Groß- und Außenhandel werde seit Mai und im Einzel-/Versandhandel seit Juni verhandelt. Man habe kein Verständnis für die Verhandlungsstrategie der Arbeitgeber. Die Gewinne hätten alle Planungen übertroffen, für die Beschäftigten solle es jedoch nur minimale Erhöhungen geben.

Im Einzel- und Versandhandel bieten die Arbeitgeber Erhöhungen von zwei Prozent im ersten Jahr und 1,4 Prozent im zweiten Jahr. Im Großhandel werden im ersten Jahr 1,5 Prozent, im zweiten Jahr ein Prozent mehr Lohn sowie eine Coronaprämie von 150 Euro angeboten. Darüber hinaus soll es die Möglichkeit geben, die Erhöhung vorzuziehen aber bis zu vier Monate auszusetzen.

Verdi dagegen fordert unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus solle ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde festgeschrieben werden. Die Tarifverträge sollen für alle gelten und müssen dafür allgemeinverbindlich erklärt werden.

dpa(cga)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. September 2021 | 09:45 Uhr

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