Zertifizierung Bundesnetzagentur legt Freigabeverfahren für Nord Stream 2 auf Eis

Rückschlag für die Betreiber der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2: Die Bundesnetzagentur hat ihr Verfahren zur Zertifizierung der Doppelröhre vorläufig ausgesetzt. Für das deutsche Teilstück der Pipeline wird nun wie vorgeschrieben eine deutsche Firma gegründet. Wie lange der Stopp dauert, ist noch unklar.

Mitarbeiter bei der Ummantelung, Lagerung und Logistik von Rohren für die Nord Stream 2-Pipeline.
Die Gaspipeline Nord Stream 2 ist fertiggestellt, doch sie darf noch nicht in Betrieb gehen. Bildrechte: imago images / BildFunkMV

Die Inbetriebnahme der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 verzögert sich. Die Bundesnetzagentur hat ihr Zertifizierungsverfahren zur Freigabe des Gastransports am Dienstag vorläufig ausgesetzt. Wie die Behörde mitteilte, muss die Betreiberfirma nach deutschem Recht organisiert werden.

Begründung: Deutscher Betreiber notwendig

Den Angaben zufolge will die Nord Stream 2 AG mit Sitz in der Schweiz dazu eine Tochtergesellschaft gründen, der das deutsche Teilstück der Pipeline gehört. Die Zertifizierung soll nun so lange ausgesetzt bleiben, bis die Übertragung der Vermögenswerte und personellen Mittel auf die Tochtergesellschaft abgeschlossen ist.

Termin für Inbetriebnahme noch unklar

Details zur Dauer des Verfahrens und den Auswirkungen auf die Betriebsaufnahme wurden nicht bekannt. Ohne Zertifizierung darf die Leitung nicht in Betrieb genommen werden. Die EU-Gasrichtlinie schreibt vor, den Betrieb der Leitung und den Vertrieb des Gases ausreichend zu trennen.

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Projekt bleibt umstritten

Die rund 1.200 Kilometer lange Doppelröhre der Nord Stream 2 AG ist fertiggestellt. Sie soll Gas von Russland nach Deutschland und in weitere Länder transportieren. Die Pipeline gehört zum russischen Konzern Gazprom. Sie ist auch politisch umstritten. Kritiker der Ostsee-Pipeline befürchten eine immer größere Abhängigkeit Deutschlands und Europas von Russland, das unter Präsident Wladimir Putin Gas auch schon als politisches Druckmittel eingesetzt hat.

Reuters/dpa (kkö)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. November 2021 | 12:00 Uhr

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