Lebensmittelpreise Brot und Brötchen in der Corona-Pandemie kaum teurer geworden

Die Preise für Brot und Brötchen sind während der Corona-Pandemie nicht oder kaum gestiegen. Die Branche erwartet unter anderem wegen der Pandemie-Folgen für die Zukunft aber einen moderaten Preisanstieg.

Antje Perduß betreibt in Leipzig drei Bäckerei-Filialen. Noch habe sie die Preise nicht erhöht, erklärt sie. Schließlich litten ja auch die Kunden unter der Corona-Krise. Doch nötig wäre eine Preiserhöhung: "Weil die Preise ringsum mächtig gestiegen sind. Ob das Mehl ist, ob das Butter, Eier sind, selbst Zucker. Krankenkassenbeiträge sind gestiegen, die Löhne sind gestiegen. Es ist nichts, was ein Betrieb einfach so kompensieren kann. Irgendwann muss man das auf die Preise umlegen. Die Preiserhöhung wird auch bei uns kommen", erklärt Perduß. Hinzu kämen die Kosten für Masken, Desinfektionsmittel oder Schnelltests sowie fehlende Einnahmen, beispielsweise von Restaurants, die sie normalerweise beliefert.

Vereinzelt Preiserhöhungen

Wegen ausfallender Umsätze und laufender Mietkosten hat der Lukas Bäcker bereits die Preise erhöht. Das Familienunternehmen hat 23 Verkaufsstellen in Leipzig.

Geschäftsführer Lukas Grieser erklärt, ein weiterer Grund sei, dass der Mindestlohn nun halbjährlich erhöht werde. "Wir haben einige Produkte, wo wir keine Preiserhöhung haben, zum Beispiel die Schnittbrötchen, die sind gleich geblieben. Andere, meist hochwertigere Produkte werden dann eben etwas teurer, um die Kosten zu kompensieren. Bei den Broten ist es ein Aufschlag von ungefähr zehn Cent", sagt Grießer.

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft beobachtet die Durchschnittspreise deutschlandweit. Ihr zufolge hat ein Weizenbrötchen zum Beispiel sowohl im März 2020 als auch im März 2021 31 Cent gekostet. 500 Gramm abgepacktes Weizenmischbrot sei im gleichen Zeitraum sechs Cent teurer geworden und koste aktuell durchschnittlich 1,14 Euro.

Bäckereien mit Cafés leiden mehr

Dass die Preise etwas steigen, insbesondere bei den regionalen, kleinen Betrieben, sei ganz normal, sagt Manuela Lohse, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbands der Bäcker in Sachsen. Deutlich höhere Preise habe sie wegen der Pandemie aber nicht beobachtet.

Bäckereien mit angeschlossenen Cafés litten mehr unter dem Lockdown, erklärt Lohse: "Dort ist eine Betroffenheit durch die Pandemie da. Das wird jetzt aber nicht durch höhere Brot- und Brötchenpreise ausgeglichen."

Moderater Preisanstieg erwartet

Mit einem moderaten Preisanstieg rechnet der Verband Deutscher Großbäckereien, der unter anderem Bäckereien vertritt, die an Supermärkte liefern. Als Gründe nennt nennt der Verband auf Anfrage von MDR AKTUELL Pandemie-Folgen, Rohstoffpreise und Tarifverhandlungen. Am Ende entscheide aber jeder Backbetrieb individuell, ob und wie stark er die Preise anheben muss.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 08. April 2021 | 06:57 Uhr

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