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Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln sind stark gestiegen – das hat weltweit Folgen. Bildrechte: dpa

Preise gestiegenKartoffeln und Getreide deutlich teurer

von MDR AKTUELL

Stand: 13. Januar 2022, 13:49 Uhr

Die Inflation macht auch vor Grundnahrungsmitteln nicht halt: Zuletzt sind die Großhandelspreise für Getreide und Kartoffeln stark gestiegen. Das könnte bald zum Problem werden.

Getreide, Kartoffeln, Raps: Die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte haben ihre Preise im November so kräftig angehoben wie seit fast dreieinhalb Jahren nicht mehr. Im Schnitt legten sie um 20,8 Prozent zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Dies ist die höchste Preissteigerung gegenüber einem Vorjahresmonat seit Juli 2018", hieß es dazu.

Besonders pflanzliche Erzeugnisse wurden merklich teurer: Sie kosteten 29,4 Prozent mehr, während tierische Produkte 14,9 Prozent mehr kosteten. Zu den größten Preistreibern gehört Getreide, das sich seit anderthalb Jahren kontinuierlich verteuert. Es kostete 44,5 Prozent mehr als im November 2020.

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Hohe Nachfrage aus In- und Ausland

"Ausschlaggebend ist die hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland bei gleichzeitig geringen Erntemengen im Jahr 2021", erklärten die Statistiker. Auffällig ist auch der Anstieg für Speisekartoffeln von 58,5 Prozent: Das größte Plus seit rund zweieinhalb Jahren wird auf "witterungsbedingt geringe Erntemengen" zurückgeführt. Raps verteuerte sich sogar um 66,4 Prozent und damit so stark wie seit 2008 nicht mehr. "Der Aufwärtstrend liegt hier vor allem am weltweit sinkenden Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage, beispielsweise für die Energiegewinnung", so die Statistiker.

Gemüse verbilligte sich hingegen um 4,2 Prozent. Den größten Preisrückgang gab es hier beim Eisbergsalat mit minus 18,7 Prozent, während Kohlgemüse 1,2 Prozent weniger kostete.

Getreide verteurte sich zuletzt stark. Bildrechte: dpa

Warnung vor weltweitem Hunger

Die stark steigenden Preise machen der Welthungerhilfe Sorgen. Sie warnt weltweit vor Hunger. Das Hilfswerk verwies darauf, dass der UN-Preisindex für die global am meisten gehandelten Nahrungsmittel 2021 auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen sei. "Weltweit hungern schon heute etwa 811 Millionen Menschen", mahnte Rafael Schneider, Referent bei der Welthungerhilfe.

"Wir beobachten mit Sorge, dass die Preise für Getreide, Milchprodukte, Speiseöl und andere Grundnahrungsmittel derzeit nur eine Richtung kennen: aufwärts. Alle Warnlampen blinken rot, denn anhaltend hohe Nahrungsmittelpreise können bestehende Hungerkrisen verschärfen", so Schneider.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 06. Januar 2022 | 14:30 Uhr