Hohe Inflation Benzin, Backwaren und Eier: Wo die Teuerung im Alltag zuschlägt

Die Inflation erreicht Spitzenwerte: 4,1 Prozent im September. Das ist der höchste Wert seit 28 Jahren. Und im August waren es auch bereits 3,9 Prozent. Fast alles wird - gefühlt - teurer. Und nun rollt auch noch die nächste Welle der Teuerung auf uns zu, nämlich bei den Heizkosten im kommenden Winter. Doch welche Produkte werden wirklich teurer? Und sinken manche Preise auch? Die Umschau hat nachgerechnet.

Das wird teurer

Benzin

Mit Wehmut werden sich Autofahrerinnen und Autofahrer an die Benzinpreise vom Corona-Sommer 2020 erinnern: Damals kostete der Liter Super kaum mehr als 1,10 Euro. Jetzt kann der Preis schon mal bei mehr als 1,70 Euro liegen. In den letzten fünf Jahren ist Benzin insgesamt 17 Prozent teurer geworden – und liegt damit deutlich über der Inflationsrate. Daran schuld sind höhere Steuern und eine höhere CO2-Abgabe, aber auch die weltweit hohe Nachfrage.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Laut Verband der Mineralölwirtschaft wurde die Fördermenge von den Förderländern der OPEC leicht erhöht. "Man hat damit das Signal gegeben: 'Wir haben ausreichend Rohstoff und die höhere Nachfrage können wir auch gut bedienen'", sagte Christoph Bender vom Verband der Mineralölwirtschaft dem MDR. Das sei für die Märkte ein sehr gutes Signal in Hinsicht einer leichten Beruhigung des Preisanstiegs gewesen.

Eier

Auf einem Frühstückstisch ist ein geköpftes Ei mit Löffel
Das Frühstücksei wird teurer, egal ob vom Bio-Huhn oder nicht. Bildrechte: Colourbox.de

Im Vergleich vom Jahr 2015 zu heute sind die Eier-Preise um 29 Prozent gestiegen. Ein Grund dafür: Es hätten sich beispielsweise die Futterpreise erhöht, wie Hühnerbauer Oliver Kahlo aus Rackwitz bei Leipzig dem MDR sagte. Ab nächstem Jahr käme eine weitere Preissteigerung dazu, da die männlichen Küken künftig mit aufgezogen werden müssen – ein Beschluss der Bundesregierung aus Tierschutzgründen.

"Die Bruder-Hähne wurden ja immer am ersten Lebenstag geschreddert. Weil das eigentlich ein unbrauchbares Produkt war. Jetzt sind sie eben der Meinung, dass es brauchbar ist, brauchbar sein soll", so Hühnerbauer Oliver Kahlo. Er denkt, dass er dann seine Preise um fünf Cent pro Ei erhöhen muss. Das gilt höchstwahrscheinlich überall – sowohl beim Bio- als auch beim konventionellen Ei.

Backwaren

Die Preise für Back-Zutaten steigen besonders stark. So kostet Butter im Vergleich zum Jahr 2015 jetzt fast 50 Prozent mehr. Bäckermeister Jürgen Kleinert aus Leipzig muss beispielsweise neue Mitarbeiter finden und dazu die Löhne erhöhen. Das wird er, genau wie die Zutaten-Preise, an die Kunden weitergeben. Er plant Preiserhöhungen von fünf bis zehn Prozent, noch in diesem Jahr. "Das tut mir echt leid, aber wir können nicht aus Barmherzigkeit etwas verschenken. Das geht einfach nicht. Denn auch unsere Mitarbeiter müssen Geld verdienen", so der Bäckermeister. Er ist sich sicher, dass andere Betriebe ebenfalls erhöhen müssen.

Das wird billiger

Eine junge Frau hält ein Smartphone in Händen
Handys sind heute bedeutend günstiger. Bildrechte: Colourbox.de

Es gibt aber auch gute Nachrichten für die Verbraucher: So sind einige nicht-essbare Waren nun billiger als noch vor einigen Jahren. Im Vergleich zu 2015 kosten Handys jetzt 29 Prozent weniger, PCs 13 Prozent und Waschmaschinen sechs Prozent weniger. Süßstoffe und andere Süßungsmittel sind neun Prozent günstiger zu haben. Und die Preise von Kaffee, Tee und Kakao sind so gut wie gleich geblieben.

Das sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung

Die Inflation ist ärgerlich für Verbraucher, doch Wirtschafts-Experten wie Marcel Fratzscher sehen keinen Grund zur Sorge. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sagte dem MDR: "Die Inflation ist im Augenblick relativ groß und wird es auch in den kommenden Monaten im Vergleich zum Vorjahr sein. Aber das ist eine Normalisierung, denn wir hatten im vergangenen Jahr eine viel zu geringe Preisentwicklung und jetzt einen Aufhol-Effekt." Spätestens im Frühjahr, so die Prognose, sollte die Zeit der hohen Preissteigerungen vorbei sein.

Quelle: MDR Umschau

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 28. September 2021 | 20:15 Uhr

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