ADAC-Untersuchung Spritpreise im Osten überdurchschnittlich gestiegen

18. Januar 2023, 09:44 Uhr

Im Osten Deutschland sind die Preise für Benzin und Diesel innerhalb eines Monats deutlich stärker gestiegen als etwa in Bayern. Als eine mögliche Ursache nennt der ADAC die geringere Auslastung der Raffinerie Schwedt nach dem Lieferstopp für russisches Rohöl.

Die Benzinpreise sind in Ostdeutschland seit Dezember deutlich stärker gestiegen als im Süden Deutschlands. Das geht aus einer Auswertung des Automobilclubs ADAC hervor.

In Berlin verteuerten sich Benzin und Diesel am stärksten

Danach erlebten Sachsen mit zwölf Cent, Sachsen-Anhalt mit elf Cent und Thüringen mit zehn Cent Anstiege bei E10, die deutlich über dem Durchschnitt liegen. Auch in Brandenburg seien die Preise stärker als im Bundesdurchschnitt gestiegen. Am stärksten verteuerte sich E10 in Berlin mit mehr als 15 Cent. In Bayern stieg der Preis dagegen nur um rund zwei Cent. Ein ähnliches Bild gibt es beim Diesel.

Geringe Produktion in Schwedt könnte Rolle spielen

Eine konkrete Ursache für die unterschiedlichen Preisanstiege nennt der ADAC nicht. Er erklärte, dass eine Rolle die geringere Produktion in der PCK Raffinerie in Schwerin spielen könnte. Diese würde nach dem Ende russischer Öl-Lieferungen nur noch mit etwas mehr als halber Auslastung laufen.

Die genauen Folgen dieser geringeren Produktion sind nach Angaben des ADAC aber schwer festzumachen. ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte, Jürgen Albrecht, sagte, hier könnten auch möglich Mitnahmeeffekte zum Tragen kommen.

Diesel in Brandenburg am teuersten, E10 in Schleswig-Holstein

Infolge des deutlichen Anstiegs sind Brandenburg mit 1,86 Euro pro Liter und Berlin mit 1,85 Euro jetzt die beiden teuersten Länder bei Diesel. Bei E10 teilt sich Brandenburg mit 1,78 Euro den "Titel" des teuersten Landes mit Schleswig-Holstein. Berlin liegt mit knapp 1,77 Euro auf Rang sechs. Am billigsten tankt es sich derzeit im Westen und Süden Deutschlands.

Der ADAC erklärte zudem, dass die preislichen Unterschiede nicht ungewöhnlich seien. Im Sommer sei der Abstand zwischen billigstem und teuerstem Land teils deutlich größer gewesen.

ADAC-Untersuchung Für seine Untersuchung hat der ADAC am Dienstag, 17. Januar, die Preisdaten von mehr als 14.000 bei der Markttransparenzstelle erfassten Tankstellen ausgewertet. Die ermittelten Preise stellen eine Momentaufnahme dar.

ADAC,dpa(jks)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Umschau | 17. Januar 2023 | 20:15 Uhr

17 Kommentare

Der Erfurter Bub am 18.01.2023

Da tanken nicht zu den Tätigkeiten zählt die ich täglich unternehme, ist eine Verteuerung um 10Cent für mich verschmerzbar. Ob ich jetzt monatlich 60Euro oder 63 Euro dafür bezahle, sorry, mir egal. Und vor kurzem hatten wir Mal Preise jenseits der 2.20Euro pro Liter. Da sind 1.75 Euro ja schon beinahe günstig.😉

Fakt am 18.01.2023

@Der Erfurter Bub:

Hinzu kommt, dass die Preise in der Tabelle der Schnitt von 11 Uhr sind. Wer um die Zeit tankt, ist selber Schuld. Gestern um 22 Uhr kostete der Liter E10 an der günstigsten Tankstelle hier in einer Stadt in Schleswig-Holstein 1,65 Euro. ;-)

GuterMensch am 18.01.2023

@Der Erfurter Bub, sag ich doch, macht uns Thüringer gar nichts aus, wir als Hochlohnland stecken die paar Cent locker weg, da müssen sich die Bürger der "Alten" Bundesländer schon ganz andere Gedanken machen.....................schmunzel !

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