Treibhausgas Kohlendioxid Staatshilfen für klimafreundlichen Umbau der Stahlindustrie

Stahl ist ein zentraler Rohstoff für zahlreiche Schlüsselbranchen in Deutschland. Doch die Stahlbranche zählt zu den großen CO2-Emittenten. Die Bundesregierung will sie mit Fördermitteln klimafreundlicher machen.

Stahl wird in einer Produktionshalle auf Bändern transportiert
Stahl wird in einer Produktionshalle in Brandenburg auf Bändern transportiert. Bildrechte: dpa

Die Bundesregierung will den Umbau zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion in Deutschland mit weiteren Staatshilfen vorantreiben.

Das kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Montag nach einem Treffen mit Vertretern von Stahlherstellern und der IG Metall an. Für die Jahre 2022 bis 2024 stünden zusätzlich rund fünf Milliarden Euro bereit. Altmaier betonte, die Branche brauche klare und verlässliche Rahmenbedingungen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) besucht das Stahlwerk von Thyssenkrupp.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) im August 2020 bei einem Besuch des Stahlwerks von Thyssenkrupp. Bildrechte: dpa

Gut 40 Prozent aller Industrieemissionen

Auf die Stahlindustrie entfällt ein erheblicher Anteil am Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland. Im Jahr 2018 stieß die Branche nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bei einer Rohstahlproduktion von 39,7 Millionen Tonnen insgesamt 58,6 Millionen Tonnen CO2 aus. Das entspricht in etwa 40 Prozent der gesamten Industrieemissionen Deutschlands.

An den westdeutschen Stahlstandorten fällt der Ausstoß an Kohlendioxid besonders hoch aus, weil der Stahl dort noch mit Koks geschmolzen wird. In den sächsischen Stahlwerken in Riesa, Freital und Gröditz wird dagegen mit Elektroöfen gearbeitet.

Umbaukosten auf 35 Milliarden Euro geschätzt

Die nötigen Gesamtinvestitionen für den Umbau zur CO2-freien Stahlproduktion in Deutschland bezifferte Wirtschaftsminister Altmaier am Montag auf insgesamt 35 Milliarden Euro. Davon könnten in den kommenden 30 Jahren etwa zehn bis zwölf Milliarden Euro aus öffentlichen Hilfen kommen.

Gericht: Klimaschutzgesetz greift zu kurz

Das Bundesverfassungsgericht hatte in der vergangenen Woche geurteilt, dass das Klimaschutzgesetz zu kurz greift. Die Karlsruher Richter verpflichten die Bundesregierung daher, bis Ende kommenden Jahres die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 näher zu regeln. Kohlendioxid gilt als einer der Treiber des Klimawandels.

Quelle: MDR, dpa, AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Mai 2021 | 22:00 Uhr

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