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EnergiekriseMitteldeutsche Strom- und Gasanbieter senken ihre Preise

06. August 2023, 14:11 Uhr

Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen künftig deutlich weniger für Strom und Gas bezahlen. Mehrere Anbieter haben ihre Preise gesenkt oder bereits angekündigt, das zu tun. Trotzdem bleiben Strom und Gas weiterhin teuerer als vor dem Ukraine-Krieg.

Strom und Gas werden für viele Kunden in Mitteldeutschland günstiger. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergab, haben zahlreiche Anbieter ihre Preise bereits gesenkt oder wollen dies demnächst tun. Allerdings liegen die Preise zum Teil immer noch deutlich über denen vor Beginn des Ukraine-Krieges Anfang 2022.

Der ostdeutsche Energieversorger EnviaM hat die Preise am 1. Juli bereits leicht gesenkt. Sie gelten für rund 800.000 Privat- und Gewerbekunden in Teilen Sachsen-Anhalts, Sachsens, Thüringens und Brandenburgs. Der Preis für Strom sank demnach in der Grundversorgung um 4,55 Cent pro Kilowattstunde auf 43,51 Cent. Vor dem Krieg bezahlten Kunden 28,99 Cent.

Kunden in Thüringen sparen bis zu 1.000 Euro

In Thüringen wollen die städtischen Versorger in Jena, Gotha und Eisenach in den kommenden Monaten ihre Preise für Strom und Gas für Zehntausende Kunden senken. Teilweise können Gaskunden nach Angaben der Versorger dann bis zu 1.000 Euro und mehr im Jahr sparen.

In Saalfeld hatten die Stadtwerke bereits zum August deutliche Senkungen um durchschnittlich 45 Prozent bei Gas und 35 Prozent bei Strom umgesetzt.

Auch in Sachsen-Anhalt günstigere Strompreise

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Entwicklung der Preise ähnlich. Bei den Stadtwerken Magdeburg hatten sich die Preise im Verlauf des Ukraine-Kriegs etwa verdoppelt. Im vergangenen Monat fielen die Preise dann deutlich auf 33,25 Cent pro Kilowattstunde Strom und 10,8 Cent pro Kilowattstunde Gas, trotzdem liegen sie teilweise noch deutlich über dem Vor-Kriegs-Niveau.

Aber nicht alle Energieversorger senken derzeit die Preise. Der Energieversorger Eins aus Sachsen etwa teilte mit, dass es wegen der langfristigen Beschaffungsstrategie weiter hohe Einkaufspreise gebe.

Energiepreise sinken, aber nicht auf Vor-Kriegs-Niveau

Als Grund für die Senkungen nennen die Stadtwerke vor allem sinkende Energiepreise auf den Beschaffungsmärkten. Nach Aussage des Geschäftsführers der Stadtwerke Gotha, Dirk Gabriel, kommen die fallenden Börsenpreise wegen der langfristigen Beschaffung der Stadtwerke jedoch nicht so schnell bei den Kunden an wie bei Anbietern, die den Strom kurzfristig beschaffen.

Mit Preisen wie vor dem Ukraine-Krieg sollten Verbraucher in nächster Zeit nicht rechnen, so Gabriel. Weil der Strommarkt über die Produktion in Gaskraftwerken an den Gasmarkt gekoppelt sei, führten höhere Gaspreise auch zu höheren Strompreisen.

dpa (akq)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 06. August 2023 | 07:00 Uhr

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