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400.000 neue Wohnungen sollen nach den Plänen der Ampel jährlich gebaut werden – davon 100.000 Sozialwohnungen. Bildrechte: dpa

Soziales WohnenBündnis fordert Milliardensumme für Wohnungsbau

von Lukas Raschke, MDR AKTUELL

Stand: 14. Januar 2022, 20:39 Uhr

Das Verbändebündnis "Soziales Wohnen" hat eine Studie zum Wohnungsbau in Deutschland vorgestellt. Die Ziele der Ampel-Koalition würden dem derzeitigen Wohnungsmangel tatsächlich entgegenwirken, heißt es darin. Dafür sei jedoch zeitnah ein Finanzierungskonzept nötig. Die Verbände fordern staatliche Zuschüsse in Milliardenhöhe, um sowohl Soziales als auch Klimaschutz beim künftigen Bauen berücksichtigen zu können.

Die Bundesregierung müsse schleunigst ein Finanzierungskonzept für ihre Wohnungsbaupläne erarbeiten. Das fordert das Verbändebündnis "Soziales Wohnen" und bezieht sich dabei auf eine von ihm beauftragte Studie des Pestel-Instituts zur aktuellen Situation auf dem Wohnungsmarkt.

Jährliche zwölf Milliarden Euro Fördermittel nötig

Die Verbände – darunter die IG Bau, der Deutsche Mieterbund und die Caritas – befürworten die Pläne der Ampel, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen, davon 100.000 Sozialwohnungen. Dafür müsse die Regierung allerdings mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr an Fördergeldern bereitstellen und mehr als doppelt so viel, um den maximalen Klimaschutz bei Wohngebäuden gemäß des Gebäudestandards "Effizienzhaus 40" zu gewährleisten.

Ohne diese staatliche Förderung sei eine Verbindung von Sozialem und Klimaschutz beim Bauen nicht möglich. Das Verbändebündnis sieht im verstärkten Wohnungsneubau außerdem nicht nur eine Lösung für den Mangel an Sozialwohnungen, sondern auch generell für die steigenden Mietpreise.

Fachkräftemangel und steigende Kosten

Laut der Studie haben elf Millionen Haushalte in Deutschland Anspruch auf eine Sozialwohnung, nur für jeden zehnten steht tatsächlich eine zur Verfügung – obwohl das Wohnungsdefizit in den letzten Jahren bereits zurückgegangen ist. Letzteres ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es während der Pandemie weniger Zuwanderung gab und auch keine Wohnungen mehr abgerissen wurden.

Die Wohnkosten sind dennoch insgesamt gestiegen, vor allem in Westdeutschland. Grund dafür sind neben gestiegenen Energiepreisen auch die höheren Materialkosten aufgrund von Lieferengpässen und eine weiter sinkende Zahl der Erwerbsfähigen in Deutschland, die auch in der Baubranche für einen zunehmenden Fachkräftemangel sorgt.

Bündnis hofft auf schnelles Handeln der Ampel

Um die finanziellen Herausforderungen in den nächsten Jahren zu stemmen, müsse die Ampel-Koalition – insbesondere das neu erschaffene Bauministerium unter Klara Geywitz und Christian Lindners Finanzministerium – zügig entsprechende Maßnahmen ergreifen. Neben Subventionen für Neubauten empfehlen die Verbände auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Baustoffe.

Des Weiteren könnte sich eine positive Entwicklung aus der Pandemie durch die Etablierung des Homeoffice ergeben: Viele Gewerberäume haben sich als entbehrlich erwiesen und könnten schnell in (sozialen) Wohnraum umgewandelt werden. Das Verbändebündnis unterstützt alles in allem die Ziele der Bundesregierung – und drängt auf ihre Umsetzung.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL FERNSEHEN | 14. Januar 2022 | 19:30 Uhr