Tarifkonflikt Weitere Warnstreiks im Einzelhandel angekündigt

Im Einzel- und Onlinehandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird es am Freitag erneut Warnstreiks geben. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi an, nach dem die zweite Runde der Tarifgespräche ergebnislos geblieben war. Sie nannte ein neues Angebot der Arbeitgeber völlig inakzeptabel.

Regenschirme mit der Aufschrift „Handel ver.di“ und dem Bild einer erhobenen Faust liegen bei einem Warnstreik vor einem Lager des Discounters Lidl auf dem Asphalt.
Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag zu Warnstreiks im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aufgerufen. Bildrechte: dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag Warnstreiks im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen angekündigt. Zuvor war auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 280.000 Beschäftigten ergebnislos beendet worden.

Verdi: Angebot völlig inakzeptabel

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago sagte, die Arbeitgeber hätten ihr Angebot zwar minimal erhöht. Es sei aber nach wie vor völlig inakzeptabel. Die Gespräche sollen zwar Mitte Juli fortgesetzt werden. Dennoch werde Verdi die Streikaktivitäten ausweiten, erklärte Lauenroth-Mago.

Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen 4,5 Prozent mehr Lohn und einen Zuschlag von 45 Euro im Monat sowie ein Mindestlohn von 12,50 Euro pro Stunde. Außerdem soll der neue Tarifvertrag nur eine Laufzeit von zehn Monaten haben. Damit sollte die Laufzeit an die Laufzeit in anderen Ländern angeglichen werden.

Arbeitgeber bieten Dreijahresabschluss an

Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag einen Dreijahresabschluss angeboten. Im ersten Jahr sollten die Löhne nach zwei Nullmonaten um zwei Prozent, im zweiten Jahr um 1,4 Prozent und im dritten Jahr erneut um zwei Prozent steigen. Unternehmen, die von der Pandemie betroffen waren, sollen die Erhöhungen um mehrere Monate verschieben können.

Zusätzlich soll in Unternehmen, die gut durch die Pandemie gekommen sind, eine einmalige Corona-Prämie von 300 Euro gezahlt werden. Das Gesamtvolumen des Angebotes liegt nach Angaben der Arbeitgeber bei 6,4 Prozent.

Quelle: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2021 | 17:15 Uhr

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