Heimatflughafen zerstört Ukrainische Antonovs fliegen weiter vom Flughafen Leipzig/Halle

Bei den wochenlangen Kämpfen um die ukrainische Hauptstadt Kiew ist auch der Flughafen Gostomel schwer beschädigt worden. Vor dem Krieg hatten dort die Antonov-Großfrachter der Ukraine ihre Basis. Nun werden Flugzeuge vom Typ An-124 an den Fughafen Leipzig/Halle verlegt. Die Maschinen sollen nun von Mitteldeutschland aus zu ihren weltweiten Einsätzen aufbrechen.

Zwei ukrainische AN 124 stehen in Leipzig/Halle
Die ukrainische Antonov-Flotte bricht künftig von Leipzig/Halle zu ihren Einsätzen auf. (Archivbild) Bildrechte: Flughafen Leipzig/Halle

Die Kämpfe in der Ukraine dauern seit Wochen an. Große Teile des Landes werden noch immer von den russischen Truppen besetzt gehalten. Rund um die ukrainische Hauptstadt haben sich die Truppen mittlerweile aber zurückgezogen. Auch der wochenlang umkämpfte Kiewer Flughafen Gostomel befindet sich inzwischen wieder unter ukrainischer Kontrolle. Allerdings ist der Flughafen, der auch Basis für die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines ist, schwer beschädigt.

Fokus liegt auf humanitären Missionen

Für die Airline ist das offenbar der Grund, ihre noch verbliebene Flotte von Antonov-Großfrachtern An-124 nun auf den Flughafen Leipzig/Halle zu verlegen. Das Unternehmen teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass man künftig vom größten mitteldeutschen Flughafen aus Flüge in die ganze Welt durchführen wolle. Ein Fokus liege aber auf humanitären Missionen für die Menschen in der Ukraine.

Uwe Schuhart, Sprecher des Flughafens Leipzig/Halle, sagte MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstagabend, dass bislang noch nicht alle Maschinen in Leipzig/Halle eingetroffen seien. Seit Kriegsbeginn habe die Airline aber bereits immer wieder einzelne Flüge durchgeführt.

Antonov Airlines betreibe außerdem schon seit einigen Jahren eine eigene Wartungsbasis am Flughafen Leipzig/Halle.

Antonov Airlines ist enger Nato-Partner

Die Ankündigung der ukrainischen Fluggesellschaft dürfte auch bei einigen Nato-Staaten für Erleichterung sorgen. Denn Antonov Airlines ist ein enger Partner der Nato. Grundlage für die Zusammenarbeit ist das SALIS-Programm. Es regelt, dass auch privat betriebene Maschinen aus der nicht zur Nato gehörenden Ukraine für das Verteidigungsbündnis unterwegs sein können.

Weil die Nato selbst zu wenige große Transportflugzeuge besitzt, kommen die ukrainischen Frachtmaschinen beispielsweise bei Truppenverlegungen zum Einsatz. Der vorerst letzte große Einsatz dieser Maschinen liegt wenige Monate zurück, als die Nato Afghanistan verlassen hat.

Nur wenige Exemplare weltweit im Einsatz

Antonov Airlines ist derzeit einer von nur drei zivilen Betreibern des größten in Serie gebauten Frachtflugzeugs An-124. Eine weitere Maschine befindet sich im Besitz der Maximus Air aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die russische Gesellschaft Volga-Dnepr Airlines betreibt sogar zehn Exemplare des Frachtflugzeugs. Die Maschinen dürfen aber wegen des EU-Flugverbots derzeit nicht in den europäischen Luftraum einfliegen.

Außerdem wurden kürzlich die drei in Leipzig/Halle gestrandeten russischen An-124 offenbar beschlagnahmt. Hintergrund ist ein Rechtsstreit zwischen dem ukrainischen Hersteller Antonov und der russischen Luftaufsichtsbehörde.

Weltgrößtes Flugzeug war Teil der Flotte

Bei den Kämpfen um den Flughafen Gostomel wurde auch die dort geparkte Antonov An-225 der Antonov Airlines zerstört. Es war das größte Flugzeug der Welt. Bilder, die nach dem Abzug der russischen Armee entstanden sind, zeigen, dass die obere Hälfte des Cockpits der An-225 vollständig weggebrannt ist. Auch eine der Tragflächen des weltgrößten Frachtfliegers und Teile des Rumpfs wurden zerstört.

Die An-225 war ein Unikat – ein zweites Exemplar des großen Frachtfliegers gibt es nicht.

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MDR (Thomas Tasler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. April 2022 | 21:00 Uhr

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