Nach russischem Gaslieferstopp Gasversorger Uniper meldet Rekordverlust

03. November 2022, 12:13 Uhr

Es ist einer der größten jemals ausgewiesenen Nettoverluste eines Unternehmens an der Börse weltweit. Der Gasimporteur Uniper meldet einen Verlust von 40 Milliarden Euro. Das teilte der Energiekonzern am Donnerstag mit. Uniper steht kurz vor der Verstaatlichung. Der Bund soll dann 98,5 Prozent der Anteile an dem Unternehmen besitzen.

Der vor der Verstaatlichung stehende Energiekonzern Uniper hat in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rekordverlust von rund 40 Milliarden Euro eingefahren - einer der größten jemals ausgewiesenen Nettoverluste eines börsennotierten Unternehmens weltweit.

Darin enthalten seien Kosten für Gas-Ersatzmengen von zehn Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Daneben seien erwartete künftige Verluste aus Bewertungseffekten in Höhe von 31 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. Uniper hatte bereits in der vergangenen Woche einige vorläufige Zahlen vorgelegt und vor weiteren Belastungen in zweistelliger Milliardenhöhe gewarnt.

Uniper steht vor Verstaatlichung

Die Bundesregierung, Uniper und dessen bisheriger Mehrheitsaktionär Fortum aus Finnland hatten sich vor einem Monat auf eine weitgehende Verstaatlichung von Uniper verständigt. Dabei ist unter anderem eine Kapitalerhöhung sowie der Erwerb der Uniper-Anteile von Fortum vorgesehen. Anschließend soll der Bund etwa 98,5 Prozent der Anteile an Uniper besitzen. Die Aktionäre sollen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in der zweiten Dezember-Hälfte zustimmen.

Der Düsseldorfer SDax-Konzern ist in Schieflage geraten, weil Russland kein Gas mehr nach Deutschland liefert. Der Gas-Großhändler, der sich stark auf Lieferungen aus Russland ausgerichtet hatte, ist Lieferant für über 100 Stadtwerke und große Unternehmen und spielt damit eine zentrale Rolle für die Erdgasversorgung in Deutschland. Das aus Russland fehlende Gas muss sich das Unternehmen jetzt teurer auf dem Gasmarkt kaufen.

dpa, reuters (kar)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Oktober 2022 | 20:00 Uhr

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